Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,1

Sie sehen den Datensatz 534 von insgesamt 574.

Friedrich verleiht dem Herzog Vladislav von Böhmen (Wadizlao ... duci Boemorum) und dessen Nachfolgern wegen dessen und aller Böhmen Verdienste das Recht, an den Tagen, an denen er die Krone (coronam et diadema glorię) zu tragen pflegt, nämlich an Weihnachten, Ostern und Pfingsten, und darüber hinaus am Fest des hl. Wenzel und des hl. Adalbert, die in Böhmen als Landespatrone verehrt werden, einen Kronreif (circulum) zu tragen, spricht den Bischöfen Daniel von Prag und Johann von Olmütz (Olumucense) und ihren Nachfolgern bei Möglichkeit gegenseitiger Vertretung ebenfalls nach dem Vorbild seiner eigenen Krönungen [Sicut itaque cebratio (!) et impositio coronę nostrę non debet fieri nisi per manus archiepiscoporum et episcoporum...] das Recht der Krönung zu und bestätigt dem Herzog den von dessen Vorgängern seit altersher erhobenen Zins aus Polen. Z.: die Erzbischöfe Eberhard von Salzburg, Wichmann von Magdeburg, die Bischöfe Hartwig von Regensburg, Eberhard von Bamberg, Konrad von Passau, Otto von Freising (Frisigensis), Daniel von Prag, die Herzoge Heinrich von Österreich, Friedrich von Schwaben, Landgraf Ludwig von Thüringen, die Markgrafen Albrecht (der Bär) von Sachsen, Otto von Meißen, die Pfalzgrafen Otto und Friedrich (von Wittelsbach). - Reinaldus canc. vice Arnaldi Magontini archiep. et archicanc. ; nach Kanzleidiktat geschrieben von RD; SI. 2. Cum tam lege .

Originaldatierung:
(XV kal. febr., Ratisbone)
Zeugen:
die Erzbischöfe Eberhard von Salzburg, Wichmann von Magdeburg, die Bischöfe Hartwig von Regensburg, Eberhard von Bamberg, Konrad von Passau, Otto von Freising (Frisigensis), Daniel von Prag, die Herzoge Heinrich von Österreich, Friedrich von Schwaben, Landgraf Ludwig von Thüringen, die Markgrafen Albrecht (der Bär) von Sachsen, Otto von Meißen, die Pfalzgrafen Otto und Friedrich (von Wittelsbach)
Siegel:

SI. 2.

Incipit:
Cum tam lege
Empfänger:
Vladislav Böhmen
Kanzler:
Reinaldus canc. vice Arnaldi Magontini archiep. et archicanc.

Überlieferung/Literatur

Orig.: Staatliches Zentralarchiv Prag, Kronarchiv (A). Drucke: MG. Const. 1, 236 no 170; Hrubý, Archivum coronae regni Bohemiae 1, 4 no 2; MG. DF. I. 201. Reg.: Erben, Reg. Bohem. et Morav. 1, 131 no 295; Dobenecker, Reg. Thur. 2, no 170; Koss, Archiv Koruny 쒌eské 2, 5 no 1; Stumpf 3795.

Kommentar

Zur offenbar selbständig formulierten Arenga vgl. Fichtenau, Arenga, MIÖG Erg.Bd. 18 (1957) 88 no 166. - Das D. wurde eine Woche nach der tatsächlichen Königserhebung ausgestellt (s. Reg. 517), im D. wird Vladislav stets als Herzog bezeichnet, und die Verleihung des Kronreifs erscheint ausschließlich als kaiserliche Gnade, obwohl die Reichsfürsten mitgewirkt hatten (s. Reg. 517), vgl. Hilsch, Bischöfe von Prag (Veröff. d. Coll. Carolinum 22, 1969) 88 f., besonders Fiala, Urkunde Friedrichs I. MIÖG 78 (1970) 167 ff. und Appelt, Böhmische Königswürde (Aus Reichsgeschichte und nordischer Geschichte. = Kieler Histor. Studien 16, 1972) 161 ff. - Die Zinszahlung aus Polen beanspruchten die P얙emysliden seit der Zeit Herzog Bretislavs I. (1054), Cosmas, MG. SS rer. Germ. in us. schol. N. S. II, 101, vgl. Fiala a. a. O. 179 mit Anm. 49. - Die Verleihungen der Königswürde an die Herzöge von Böhmen während des Hochmittelalters untersucht im Zusammenhang Schramm, Böhmen und das Regnum (Adel und Kirche. = FS. G. Tellenbach, 1968) 346 ff. - Zum Dorsualvermerk des 14. Jh. und archivgeschichtlichen Angaben s. die Vorbemerkung zum D. und die Edition von Hrubý.

 

Verbesserungen und Zusätze (2011):

Neuerdings widmet Begert, Böhmen, die böhmische Kur und das Reich (Hist. Studien, 475, 2003) 83 ff., der Frage der Erhebung des Böhmenherzogs zum König eingehendere Überlegungen; allerdings bleibt der Versuch, die Datierung durch Vinzenz von Prag zum 11. Januar als Fehler dieses Historiographen zu deuten und nicht nur die Ausstellung des D. 201 (= Reg. 518), sondern auch die durch Vinzenz überlieferte Königserhebung auf den 18. Januar, den Tag der hl. Prisca, zu datieren, angesichts des Fehlens weiterer Hinweise auf eine herausragende Bedeutung dieses Heiligentages zur Zeit Friedrich Barbarossas nur wenig überzeugend.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,1 n. 518, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1158-01-18_1_0_4_2_1_520_518
(Abgerufen am 24.01.2017).