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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,1

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Friedrich hält einen Hoftag zu Regensburg . Friedrich begibt sich mit einer großen Anzahl von Fürsten in das Zeltlager seines Oheims, Heinrich Jasomirgott, wo der vorerst geheimgehaltene Ratschluß über die Beendigung des babenbergisch-welfischen Streits (vgl. Reg. 397) veröffentlicht wird: Heinrich resigniert das Herzogtum Bayern durch Übergabe von sieben Fahnen dem Kaiser, der sie Heinrich dem Löwen gibt und von diesem durch zwei Fahnen die Ostmark mit den von altersher dazugehörigen Grafschaften zurückerhält. Nach dem Urteil der Fürsten wird die Mark mit den genannten Grafschaften, quos tres dicunt, in ein Herzogtum umgewandelt und nicht nur Heinrich, sondern auch seiner Gemahlin (Theodora), durch zwei Fahnen übergeben (siehe Reg. 417).

Empfänger:
Regensburg Beendigung babenbergisch-welfischen Streits

Überlieferung/Literatur

Zum HT, der bis nach dem 18. September andauerte (vgl. Reg. 420), vgl. DF. I. 151 (Reg. 417) und Ottonis Gesta Frid. l. II cap. 54, ed. Waitz-Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 160. Zur Erhebung Österreichs: Brief Friedrichs an Otto von Freising (Reg. 451) und Ottonis Gesta Frid. l. II cap. 55 (160 f.) (irrig zu Mitte September); Cont. Mellic., MG. SS IX, 504 und Cont. Zwetl. I, MG. SS IX, 538 setzen das Ereignis irrig zum 10. September; von einer Vergrößerung des Gebietes des neuen Herzogtums bzw. von einer Erweiterung von dessen Rechten sprechen Auct. Cremifan., MG. SS IX, 554, Breve Chron. Austriae Mellic., MG. SS XXIV, 71, Hermanni Altah. Ann., MG. SS XVII, 382 f.; vgl. weiters Ann. s. Aegid. Brunsvic. exc., MG. SS XXX/1, 15, Ann. Magdeburg., MG. SS XVI, 191, Ann. Palid., MG. SS XVI, 90, Ann. Reichersperg., MG. SS XVII, 465 f., Ann. Seldental., ed. Böhmer, Font. rer. Germ. 3, 526, Auct. Vindobon., MG. SS IX, 723, Braunschweig. Reimchronik V. 2640 ff., MG. Dt. Chroniken II, 493, Burchard von Ursperg, ed. Holder-Egger - Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 23 f., Cat. aniversariorum mon. s. Crucis, MG. Necrologia V, 120, Chron. princ. Sax. ampl., MG. SS XXX, 30, Cont. Claustroneoburg. II, MG. SS IX, 615 (irrig zu 1154!), Hugonis Chron. Cont. Weingart., MG. SS XXI, 475 und Otto von St. Blasien cap. 6, ed. Hofmeister, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 6 f.; vgl. dazu auch die Zusammenstellung der Quellen und Literatur bei Fichtenau-Dienst, UB. zur Gesch. d. Babenberger 4/1, 137 no 787.

Kommentar

Vgl. dazu Simonsfeld, Jahrbücher 467 ff. und 709 ff. (Excurs VII) und Appelt, Privilegium minus (2 1976). Zur Angabe über Gebietserweiterungen in einigen späten Quellen vgl. Appelt a. a. O. 46 ff. - Zur Frage der Grafschaften, quos tres dicunt - man schwankt hier zwischen den Übersetzungen "die man die drei nennt", wobei man versucht, ein bestimmtes Gebiet damit zu identifizieren, und "deren es drei sein sollen" (vgl. Appelt, a. a. O. 44 ff.) - hat jüngst Weltin, tres comitatus, MIÖG 84 (1976) 31 ff. die ansprechende Ansicht vertreten, daß es sich hierbei um einen allerdings entstellten Hinweis auf die drei (Mark-)Grafschaften handelt, die im 11. Jahrhundert in Österreich existierten. - Daß sich das Lager Heinrich Jasomirgotts wohl auf den Barbinger Wiesen befand, ergibt sich aus Reg. 414; vgl. dazu Fichtenau-Dienst, UB. zur Gesch. d. Babenberger 4/1, 140 no 788.

 

Verbesserungen und Zusätze (2011):

Die zeitliche Einordnung der während eines Aufenthalts auf der Burg Donaustauf erteilten Bestätigung Kaiser Friedrichs für den auf den Barbinger Wiesen durch Herzog Heinrich von Österreich (nach der Titulatur als österreichischer Herzog frühestens am 8. September) vollzogenen Güterverkauf an das Kloster Ensdorf hat mit großer Wahrscheinlichkeit in die Tage nach Ende des Regensburger Tages, also nach dem 17./18. September 1156 (also nach Reg. 421) zu erfolgen, vgl. dazu Opll, Die Regelung der bayerischen Frage, in: Die Geburt Österreichs, hg. von Schmid – Wanderwitz (Regensburger Kulturleben 4, 2007) 61 mit Anm. 101. – Zur Lokalisierung der im Zusammenhang mit der Erhebung Österreichs zum Herzogtum vorgenommenen Rechtshandlungen vgl. jüngst Appl, Ein historisches Ereignis, in: Regensburger Land 1 (2008) 23 ff., insbesondere 31 ff. – Heftig diskutiert wurde in den Jahren seit dem Erscheinen des ersten Bandes der Regesta Imperii für die Zeit Friedrichs I. insbesondere die Frage der tres comitatus, vgl. dazu zuletzt die kritisch-abwägenden Bemerkungen durch Hageneder, Die „Drei Grafschaften“, MIÖG 117 (2009) 132–136.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,1 n. 415, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1156-09-08_1_0_4_2_1_418_415
(Abgerufen am 28.06.2017).