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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,1

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(Abt) W(ibald von Stablo und Corvey ) beklagt sich beim Kaiser [Inclito triumphatori et glorioso domino suo F(riderico) Dei gratia Romanorum imperatori augusto, a Deo coronato, magno et pacifico ] über seine mangelhafte Information über die Angelegenheiten des Reiches und bittet ihn um Intervention zugunsten seines Klosters Corvey bei Erzbischof (Wichmann) von Magdeburg, dem die Klärung der Zehentstreitigkeiten zwischen dem Bistum Osnabrück (Osnebruggensis) und Corvey vom Papst übertragen worden ist und der den streitenden Parteien für den 20. Januar (1157) einen Termin nach Merseburg angesetzt hat. Weiters führt er Klage über die Ermordung des Grafen Dietrich von Höxter (Huxara), eines verdienstvollen Teilnehmers des ersten Italienzuges, durch Widekind von Schwalenberg (Sualenberch), der ihn tötete, als er als von Wibald bestellter erblicher Vogt an der geweihten Kirchenmauer zu Gericht saß, und gemeinsam mit seinen Mitbrüdern über die Gewalttaten des Grafen (Heinrich) von Tecklenburg (Tekeneburch), der sie zur Herausgabe eines alten Corveyer Besitzes (ut predium quoddam, quod aecclesia Corbeiensis in tempore quatuor predecessorum nostrorum abbatum quiete possedit, nos absque ulla legum ratione dimittamus) zwingen will, wogegen er die Frage gerichtlich zu klären vorschlägt (cum nos parati simus et ei multociens optulerimus, in vestro iudicio sive ducis sive comitis nos pro eodem predio velle stare et, si per legem amiserimus, sine impedimento à possessione recedere. ).

Incipit:
cum nos parati simus et ei multociens optulerimus, in vestro iudicio sive ducis sive comitis nos pro eodem predio velle stare et, si per legem amiserimus, sine impedimento à possessione recedere.
Empfänger:
W(ibald Stablo Corvey

Überlieferung/Literatur

Jaffé, Mon. Corb. 577 no 446.

Kommentar

Die zeitliche Einordnung dieses Schreibens ergibt sich daraus, daß DF. I. 154 (Reg. 429) die Antwort darauf darstellt. - Zur Anrede des Kaisers vgl. Herkenrath, Regnum und Imperium, Friedrich Barbarossa (WdF 390, 1975) 335 ff. - Zum Inhalt vgl. Simonsfeld, Jahrbücher 481 f. und 482 Anm. 199 (zum Termin des Merseburger Tages) und Hausmann, Reichskanzlei 246 f., zum Zehentstreit Jäschke, Osnabrücker Zehntstreit, AfD 11/12 (1965/66) 392 ff.; die erwähnte Übertragung der Angelegenheit an Erzbischof Wichmann durch Papst Hadrian IV. erfolgte am 11. Juli 1155 (JL. 10082, ed. Israël-Möllenberg, UB. Erzstift Magdeburg 1, 350 no 281). Der Kaiser reagierte auf die Bitte bezüglich der Intervention in diesem Streit mit DF. I. 155 (Reg. 430). - Die Klage über die Gewalttat Widekinds von Schwalenberg führte 1157 zu dessen Verurteilung durch Herzog Heinrich den Löwen (s. Reg. 455), vgl. Güterbock, Gelnhäuser Urkunde 130 f. 1156. Unter diesem Datum verzeichnet Stumpf *3760 eine gefälschte Urkunde für die Stadt Rimini. Das D. beruht auf einer echten Grundlage, das Diktat weist auf den Notar Rainald G, vor allem im Jahre 1160. Mit Riedmann, Reichskanzlei, MIÖG 75 (1967) 393 ff. reihen wir daher das Stück zu diesem Jahr (am Ende) ein (s. künftig Teil 2 der Reg. Imp. Friedrichs I.).

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,1 n. 428, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1156-00-00_2_0_4_2_1_431_428
(Abgerufen am 28.03.2017).