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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,1

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Friedrich verfügt nach Klagen auf dem allgemeinen Hoftag zu Roncaglia (dum ex predecessorum nostrorum more in universali curia Runcalie pro tribunali resideremus, a principibus Italicis tam rectoribus ęcclesiarum quam aliis fidelibus regni non modicam accepimus querelam) nach dem Vorbild Kaiser Lothars (III.), daß Vasallen ihrer Lehen verlustig gehen sollen, falls sie dieselben ohne Erlaubnis des Lehensherrn veräußern, wobei die Schreiber derartiger Kaufverträge Amt und Hand verlieren sollen; ferner wird der Lehensentzug auch angedroht, wenn die Mutung der Lehen binnen Jahr und Tag versäumt wird, und für Italien und Deutschland, wenn zur Romfahrt nicht in angemessener Frist Heeresfolge geleistet wird. - Nach DL. III. 105 (VU.) wohl von einem rechtskundigen Italiener außerhalb der Kanzlei verfaßt. Imperialem decet sollertiam .

Originaldatierung:
(V die decembris, Runcalię)
Incipit:
Imperialem decet sollertiam
Schreiber:
Nach DL. III. 105 (VU.) wohl von einem rechtskundigen Italiener außerhalb der Kanzlei verfaßt
Empfänger:
Lehen

Überlieferung/Literatur

Kop.: Abschrift des 12. Jh. im Domkapitelarchiv Bergamo (in der dortigen Stadtbibliothek) (B). Drucke: MG. Const. 1, 207 no 148; MG. DF. I. 91. Reg.: Stumpf 3700.

Kommentar

Die schmale Überlieferungsbasis - die angegebene Abschrift ist die einzig erhaltene - erklärt sich wohl daraus, daß die vorliegende Fassung durch die wesentlich erweiterte Erneuerung des Jahres 1158 (DF. I. 242) überholt war. - Wie die Data per manum-Formel lehrt, übernahm der Bamberger Bischof die Verantwortung für den Inhalt dieses Gesetzes.

 

Verbesserungen und Zusätze (2011):

Zuletzt hat Dendorfer, Roncaglia, in: Staufisches Kaisertum im 12. Jahrhundert, hg. von Burkhardt, Metz, Schneidmüller und´Weinfurter (2010) 111–132, hier: 119–122, ausführlich auf die Bedeutung der Konfrontation des Herrschers mit dem verschriftlichten Lehnrecht im regnum Italie, dabei insbesondere die Kontakte mit Obertus de Orto (erwähnt in Reg. 253), einen der besten Kenner des lombardischen Lehnrechts, hingewiesen. Dem Staufer ging es insbesondere darum, die ursprünglich nur für Italien gültige lehnrechtliche Konzeption der Heerfolgepflicht der Vasallen auch auf den deutschen Bereich zu übertragen,

Dendorfer, a.a.O., 117.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,1 n. 255, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1154-12-05_1_0_4_2_1_255_255
(Abgerufen am 28.07.2017).