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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,1

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Friedrich entscheidet den Streit zwischen dem Bischof Ardicio von Como und den Vertretern der Leute von Chiavenna (Guibertus vero Crassus et Guibertus Porcus) um die Grafschaft Chiavenna zu Ostern (April 19) in der Bamberger Pfalz nach einer in Konstanz vertagten Verhandlung (Regg. 165 und 166) entgegen seiner im Vorjahr zu Ulm getroffenen Verfügung (Regg. 117 und 118) nach Vorweisung und Vorlesung der Urkunden des Bischofs von Como und Ablehnung der Chiavennater Urkunden sowie ihrer Behauptung, die Grafschaft gehöre zum Herzogtum Schwaben (Verum quia neque de manu patris nostri Friderici ducis Sueuorum neque de manu nostra, dum adhuc eiusdem ducatus dignitate fungeremur, aliquam investituram eos seu privilegium suscepisse cognovimus, set pocius, postquam regni solium divina dispositione conscendimus, privilegium de ipso comitatu a manu nostra de respectu regni, sicut supra notavimus, susceperunt), durch einen von Bischof Konrad von Augsburg formulierten Fürstenspruch zugunsten von Como. Z.: die päpstlichen Legaten Kardinalpriester Bernhard und Kardinaldiakon Gregor, die Bischöfe Anselm von Havelberg, Otto von Freising, Wichmann von Zeitz, Gebhard von Würzburg und Konrad von Augsburg, die Markgrafen Albrecht (Adalbert) von Sachsen, Otakar von Steier, die Grafen Rudolf von Ramsberg, Friedrich von Beichlingen, Markward von Grumbach; von den Leuten von Como waren anwesend: Iohannes Calignus, der Richter Albert, der Peregrin genannt wird, Iohannes Sescalcus, Aliprandus de Plazola, Arnaldus de Ripa und Martinus de Castello, ein Verwandter (nepos) des Bischofs (Ardicio); als Vertreter Chiavennas waren anwesend: die zwei erwähnten Wiberti (Guibertus vero Crassus et Guibertus Porcus), Manfredus de Landran, Soldanus, Karolus und der Priester Marchisius de Balerna . - Arnoldus canc. vice Maguntini archiep. et archicanc. ; verfaßt und wohl auch geschrieben von A II. C; das Original war mit einem SI. versehen. Imperii nostri nos .

Originaldatierung:
(VIIIIo kal. magii, apud Babenberg
Zeugen:
die päpstlichen Legaten Kardinalpriester Bernhard und Kardinaldiakon Gregor, die Bischöfe Anselm von Havelberg, Otto von Freising, Wichmann von Zeitz, Gebhard von Würzburg und Konrad von Augsburg, die Markgrafen Albrecht (Adalbert) von Sachsen, Otakar von Steier, die Grafen Rudolf von Ramsberg, Friedrich von Beichlingen, Markward von Grumbach; von den Leuten von Como waren anwesend: Iohannes Calignus, der Richter Albert, der Peregrin genannt wird, Iohannes Sescalcus, Aliprandus de Plazola, Arnaldus de Ripa und Martinus de Castello, ein Verwandter (nepos) des Bischofs (Ardicio); als Vertreter Chiavennas waren anwesend: die zwei erwähnten Wiberti (Guibertus vero Crassus et Guibertus Porcus), Manfredus de Landran, Soldanus, Karolus und der Priester Marchisius de Balerna
Siegel:

das Original war mit einem SI. versehen.

Incipit:
Imperii nostri nos
Schreiber:
verfaßt und wohl auch geschrieben von A II. C
Empfänger:
Ardicio Como
Kanzler:
Arnoldus canc. vice Maguntini archiep. et archicanc.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Collectio privil. Cumanae eccl. (14. Jh.) f. 17' in der Biblioteca Ambrosiana Mailand (B); Vetera Monumenta civitatis Novocomi (vom Ausgang des 13. Jh.) 1, f. 1 in der Stadtbibliothek Como, aus notarieller Abschrift von A (D). Drucke: Tatti, Annali di Como 2, 870; MG. DF. I. 54. Reg.: Besta, I diplomi, Arch. stor. lomb. N. S. 2 (1937) 328 no 52 zu April 24; Stumpf 3667.

Kommentar

Zum Rechtsinhalt vgl. Scheffer-Boichorst, Chiavenna (Zur Gesch. des 12. und 13. Jh. = Hist. Stud. 8, 1897) 104 ff. Zur Frage der Existenz aller vom Bischof vorgelegten Diplome vgl. Bresslau, Exkurse, NA 34 (1909) 87 Anm. 3 und Besta, a. a. O. 340 no 77. Mit den politischen Aspekten hat sich Büttner, Alpenpaßpolitik (VuF 1, 1962) 248 f. beschäftigt. Durch dieses D. sind DF. I. 20 (Reg. 117) und das Deperditum für Como (Reg. 118) überholt. Heinrich VI. bestätigte am 6. September 1196 alle Diplome und Fürstensprüche aus der Regierungszeit seines Vaters für Como; vgl. B.-Baaken, Reg. no 544.

 

Verbesserungen und Zusätze(2001):

Ohnsorge, Ebracher Briefsammlung, QFIAB 20 (1928/29) 20 f. zeigt, daß der Bericht Ottos von Freising über die Absetzung Bischof Burchards von Eichstätt (Reg. 178) durch die Kardinallegalen permissu principis zeitlich (siehe die Nennungen der Kardinallegaten in Regg. 172 und 173) eher zum Bamberger Hoftag, vielleicht sogar schon vor Ostern (19. April) gehört, vgl. dazu jüngst Weinfurter, Barbarossa und Eichstätt, Jb.f.fränk.Landesforsch. 52 (1992) 82 Anm. 78.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,1 n. 173, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1153-04-23_1_0_4_2_1_173_173
(Abgerufen am 24.01.2017).