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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,1

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Friedrich erhält von seinem auf den Tod erkrankten Oheim, König Konrad (III.), die Reichsinsignien (Otto v. Freising: regalia), und dieser vertraut ihm seinen noch kleinen Sohn Friedrich an, an dessen Nachfolge im Königreich er wegen seiner Jugend zweifelt, weshalb er seinen Neffen dazu für geeigneter ansieht. Konrad rät diesem, wegen seiner Nachfolge mit den Fürsten in Unterhandlungen zu treten (Chron. reg. Col.: Fridericum adhuc parvulum commendavit et ut pro regno sibi adquirendo principibus loqueretur suasit ).

Incipit:
Fridericum adhuc parvulum commendavit et ut pro regno sibi adquirendo principibus loqueretur suasit
Empfänger:
Reichsinsignien

Überlieferung/Literatur

Ottonis Gesta Frid. l. I cap. 70, ed. Waitz-Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 98; Chron. reg. Col., ed. Waitz, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 88. Für den Sohn Konrads III., Friedrich, war die Nachfolge im Herzogtum Schwaben vorgesehen, vgl. Burchard von Ursberg, ed. Holder-Egger-Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 20, Hugonis Chron. cont. Weingart., MG. SS XXI, 474. Den Vorwurf, daß Friedrich seinen Vetter um sein Erbe betrogen habe, machen Chron. s. Clementis Mettense, MG. SS XXIV, 501, Chron. princ. Sax. ampl., MG. SS XXX/1, 29 f. (beide mit falschem Namen für den Sohn Konrads III.); vgl. dazu auch Gesta epp. Halberstad., MG. SS XXIII, 107 und Kaiserchronik Anhang I, V. 23 ff. MG. Dt. Chroniken I, 397. Zur Frage der Designation Friedrichs durch seinen Oheim vgl. auch die Selbstaussage Barbarossas in seinem Brief an den oströmischen Kaiser Manuel (Reg. 197), ed. Jaffé, Mon. Corb. 548 no 410: imperator Conradus, moriens, cum nos declarasset imperii sui successores. Ioannes Cinnamus, Epitome l. II cap. 20, ed. Meineke, CSHB 13 (1836) 89 führt die Nachfolge Friedrichs auf eine eidliche Übereinkunft zwischen seinem Vater und Konrad zurück, nach der das Reich nach dem Tod Konrads eben an ihn fallen müsse.

Kommentar

Vgl. dazu allgemein Simonsfeld, Jahrbücher 667 ff. (Excurs II). Zur Problematik der Designation vgl. Mitteis, Die deutsche Königswahl (2 1944) 37 ff. (zur Übertragung der Reichsinsignien a. a. O. 87 ff.) und Engels, Beiträge zur Geschichte der Staufer, DA 27 (1971) 401 und 419. Zu den Vorwürfen, Barbarossa habe seinen Vetter von der Erbfolge ausgeschaltet, vgl. Simonsfeld, a. a. O. 670 f. und Engels, a. a. O. 416 f. Zur Interpretation der Stelle bei Otto von Freising, die Fürsten hätten Friedrich non regis Conradi zelo gewählt, vgl. unten Reg. 64.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,1 n. 60, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1152-02-15_1_0_4_2_1_60_60
(Abgerufen am 26.05.2017).