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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Erzbischof Arnold von Köln, Abt Wibald von Stablo und Corvey und der Notar Magister Heinrich reisen als Gesandte Konrads nach Italien. Zweck der Gesandtschaft ist die Vorbereitung des geplanten Italienzugs, worüber sie u.a. mit Papst Eugen III., dem sie auch andere Anliegen Konrads vortragen, mit den Repräsentanten des römischen Volks und mit den Einwohnern von Pisa verhandeln.

Überlieferung/Literatur

Briefe Konrads an Papst Eugen III. Regg. 761f., an Pisa Reg. 759 und an Rom Reg. 760; Brief Papst Eugens III. an Konrad Reg. 779; Brief Arnolds von Wied an Abt Wibald von Stablo, Epp. Wibaldi Nr. 362 = MGH Nr. 357; Brief Abt Wibalds von Stablo an den Konvent von Corvey, Epp. Wibaldi Nr. 364 = MGH Nr. 319.

Kommentar

Der Ablauf der Gesandtschaftsreise ist nur ungefähr festzustellen. Die Gesandten reisten vermutlich im November ab, trafen Anfang Januar am päpstlichen Hof in Segni ein, verließen diesen noch vor Ausstellung des päpstlichen Schreibens Reg. 779 ( vom 27. Januar) und hielten sich dann einige Tage in Lucca auf. Am 17. Februar 1152, als er von Konrads Ableben erfuhr, war Abt Wibald bereits in Speyer (Epp. Wibaldi Nr. 375 = MGH Nr. 339), vgl. Bernhardi, Konrad III. 896 und 909ff.; Stephan-Kühn, Wibald 358f.; Hausmann, Reichskanzlei 228f.; Jakobi, Wibald von Stablo 160. – Eine Reihe zugunsten Abt Wibalds von Stablo und seiner Abteien ausgestellter Papsturkunden zeigt, daß Wibald seinen Aufenthalt an der Kurie auch intensiv im eigenen Interesse zu nutzen verstand, vgl. Jakobi, Wibald von Stablo 160ff. – Zu den Ergebnissen der Verhandlungen mit dem Papst siehe Reg. 779. In Rom scheinen die Gesandten in Verhandlungen mit Vertretern des Senats versucht zu haben, einen Ausgleich mit dem Papst zu erzielen. Ob die in Wibalds Briefbuch überlieferten Promissa Romanorum (Epp. Wibaldi Nr. 347 = MGH Nr. 341) den von Wibald damals ausgearbeiteten Vertragsentwurf darstellen, wie Gleber, Papst Eugen III. 143f., annimmt, ist umstritten. CD del Senato Romano 1 Nr. 8, datiert das Dokument ins Jahr 1149 und betrachtet es als die Bedingungen des Abkommens, das Eugen im November dieses Jahres die Rückkehr in die Ewige Stadt erlaubte, vgl. auch Horn, Studien 180. Strothmann, Kaiser und Senat 54ff., sieht in dem Dokument die Vorlage des von Otto von Freising, Chronik VII c. 34, MGH SSrerGerm 45 367, erwähnten Friedensabkommens zwischen Eugen III. und den Römern aus dem Jahr 1145. Wie sich aus einem späteren Schreiben Wibalds an ihn (Epp. Wibaldi Nr. 375 = MGH Nr. 339 von März 1152) ergibt, hat Eugen den ihm von Wibald sehr ans Herz gelegten Kompromiß offenbar im Vertrauen darauf, daß Konrad bald mit Heeresmacht hinter ihm stehen würde, nicht akzeptiert.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 768, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1151-11-00_3_0_4_1_2_770_768
(Abgerufen am 23.11.2017).