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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad teilt den Konsuln, Kapitanen und allen Einwohnern (consulibus, capitaneis et universo populo Pisano) von Pisa mit, daß sein nach seiner Rückkehr vom Kreuzzug (Iherosolimitana expeditione) geplanter Italienzug, den er krankheitshalber nicht antreten konnte, dessentwegen er aber damals die Gesandten des byzantinischen Kaisers (fratris nostri Grecorum imperatoris) zu ihnen schickte im Vertrauen, daß sie, die Pisaner, bis zu seiner Ankunft den gemeinsamen Feind beider Reiche unablässig mit Krieg schwächen würden, nach Wiederherstellung seiner Gesundheit auf Hoftagen in Regensburg zu Pfingsten (1151) und in Würzburg im September (1151) mit großer Zustimmung der Fürsten und aller Ritter beschlossen wurde (… sacrę pentecostes festo generalem curiam apud Ratisponam, expeditionem nostram regio more versus Italiam cum magno principum favore et totius militię alacritate indiximus. Similiter et apud Herbipolim mediante septembre factum est …). Er empfiehlt ihnen seine zum Papst, an die Stadt Rom und die übrigen Städte Italiens abgeschickten Gesandten, Erzbischof Arnold von Köln, Abt Wibald von Stablo und Corvey und den Notar seines Hofes Heinrich, denen sie die Anzahl der Schiffe und Soldaten bekanntgeben sollen, die sie zum Feldzug gegen Sizilien zu stellen beabsichtigen (… tam de militum quam de navium numero, quas in expeditionem Sicilię ob perpetuam felicis remunerationis mercedem exhibebitis, per illorum noticiam nos certos efficiatis). Des weiteren vespricht er, die ihm durch seine früheren Gesandten, die Bischöfe von Basel und Konstanz, sowie durch den Markgrafen von Montferrat übermittelten Bitten um Beistand gegen ihre Feinde, die er als die seinen betrachte, zu erfüllen.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch (B). Drucke: Epp. Wibaldi Nr. 344 = MGH Nr. 318; MGH DKo.III. 261.

Kommentar

Nach Thumser, Die römische Kommune 131f., zeigt die Inscriptio, die in der für italienische Kommunen üblichen Form erfolgt, daß Konrad zwar bereit war, die römische Kommune prinzipell anzuerkennen, nicht aber deren besondere Strukturen (also den Senat) und deren verfassungsrechtliche Ansprüche, auf die im Brief erst gar nicht eingegangen wird. – Zur Gesandtschaft der Bischöfe Ortlieb von Basel und Hermann (I.) von Konstanz vgl. Reg. 700, zu der im Text erwähnten byzantinischen Gesandtschaft nach Pisa siehe Lilie, Handel 412ff., sowie Dölger – Wirth Nr. 1376.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 759, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1151-09-17_5_0_4_1_2_761_759
(Abgerufen am 23.04.2017).