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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad schickt Bischof Albert von Meißen als Gesandten nach Byzanz mit dem Auftrag, Kaiser Manuel (I. Komnenos) den auf Abt Wibald von Stablo zurückgehenden Vorschlag einer der Bekräftigung ihres Bündnisses dienenden Heirat Konrads mit einer byzantinischen Prinzessin zu unterbreiten.

Überlieferung/Literatur

Brief Wibalds von Stablo an Kaiser Manuel I. Komnenos von 1153 nach März 23, Epp. Wibaldi Nr. 411 = MGH Nr. 387 (… beatissimae recordationis clementissimus imperator Counradus ad magnificentiam vestram nuntios direxit, quatinus ad augmentum maioris inter vos et ipsum concordiae uxorem de vestro sanguine duceret); Ann. Palidenses, MGH SS 16 86 (Adelbertus Misnensium episcopus, functus legatione Conradi regis ad regem Grecorum ierat).

Kommentar

Zur Datierung des vermutlich gleichzeitig mit dem Brief König Friedrichs I. an Manuel, Epp. Wibaldi Nr. 410 = MGH Nr. 386 (siehe auch B-Opll-Mayr 197), spätestens im September 1153 verfaßten Wibaldbriefes siehe Georgi, Friedrich Barbarossa 12. – Über den Verlauf der Gesandtschaft sind keinerlei Nachrichten erhalten, desgleichen, ob ihr außer dem in dem Pöhlder Annalen genannten Bischof Adalbert noch andere Personen angehörten, worauf der Plural nuntios im Brief Wibalds hinweist. Mit Hiestand, Neptis tua 526ff., ist anzunehmen, daß sie nach dem Würzburger Hoftag Mitte September (Reg. 754), auf dem zugleich mit dem Italienzug auch ein Kriegszug gegen König Roger II. beschworen wurde, abging. Daß der Heiratsplan – im Gegensatz zum Zug gegen Roger – in Wibalds vermutlich dieser Gesandtschaft mitgegebenem Schrei- ben an Manuel, Epp. Wibaldi Nr. 343 = MGH Nr. 317, nicht ausdrücklich erwähnt ist und keine einzige andere Quelle etwas davon weiß, muß jedoch als Argument gegen Hiestands Auffassung angesehen werden, daß das Vorhaben auf dem Hoftag diskutiert wurde und breiteste Unterstützung fand. Nach Vollrath, Konrad III. 362f., und den anderen Vertretern der These vom „Mitgiftentausch“ (siehe den Kommentar zu Reg. 670) war beabsichtigt, daß anstelle Heinrichs (VI.) nun eben Konrad die Manuel als Mitgift Irenes versprochenen Gebiete in Italien „zurückbekommen“ sollte, wobei Hiestand, Neptis tua 528f., meint, daß diese Mitgift nach Konrads Tod an einen Nachkommen aus dieser seiner zweiten Ehe fallen sollte. Zu den von Niederkorn vorgebrachten Vorbehalten gegen diese Thesen siehe ebenfalls den Kommentar zu Reg. 670.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 764, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1151-09-17_10_0_4_1_2_766_764
(Abgerufen am 21.07.2017).