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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad hält einen Hoftag ab. Er empfängt die Gesandten des Heiligen Stuhls, die Kardinäle Jordan (von S. Susanna) und Octavian (von S. Cecilia), und beschließt mit Zustimmung der Fürsten und seiner Gefolgsleute, nach Italien zu ziehen. – Aus Mangel an Nachrichten ist davon auszugehen, daß die für diesen Termin angesetzte Ver- handlung über die Klage Herzog Heinrichs von Sachsen (der in Regensburg nicht bezeugt ist) auf Herausgabe des Herzogtums Bayern (siehe Reg. 714) unterblieben ist.

Überlieferung/Literatur

Otto von Freising, Gesta Friderici I 69, MGH SSrerGerm 46 97 (… Baioriam ingreditur, Ratisponaeque curiam habens duos ex cardinalibus Romanae sedis legatos, Iordanem scilicet et Octavianum, obvios excepit); Briefe Konrads an die Pisaner und an die Römer (von 1151 nach September 17, Würzburg) MGH DDKo.III. 261 und 262 (Regg. 759 und 760)

Kommentar

Zu den auf Bitten Konrads nach Deutschland gekommenen Legaten vgl. Regg. 700 und 751. – Das Fernbleiben Herzog Heinrichs von Sachsen, der ursprünglich nach Regensburg zu kommen gedachte und sich offenbar um die Unterstützung diverser Großer bemüht hatte (siehe Reg. 714), ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß sich unter den auf dem Hoftag anwesenden Fürsten eher Vertraute Konrads befanden, dem auch die Besetzung der Richterbank zustand, vgl. Boshof, Staufer und Welfen 337f. – Da Hermann von Baden in der Zeugenliste von D 255 (Reg. 745) erstmals den Titel eines Markgrafen von Verona trägt, könnte diese Mark auf dem Regensburger Hoftag Herzog Heinrich V. von Kärnten, der zu Konrad ein distanziertes Verhältnis hatte, aberkannt und Hermann übertragen worden sein, vgl. Fräss-Ehrfeld, Geschichte Kärntens 1 181; Dopsch – Brunner – Weltin, Länder 315f., sowie Schwarzmaier, Markgrafen von Baden 229–248, der 242ff. darauf verweist, daß Markgraf Hermann (III.) durch seine Schwester Judith der Onkel Heinrichs V. von Kärnten war und der Übergang auf den Badener, dessen Markgrafentitel sich von Verona herleitete, auch friktionslos vollzogen worden sein kann, und zwar vielleicht schon eine zeitlang vor dem ersten urkundlichen Beleg (244 Anm. 69). – Da in Regensburg eine Urkunde für ein venezianisches Kloster ausgestellt wurde (MGH DKo.III. 255 = Reg. 745), meint Bernhardi, Konrad III. 883, daß auf dem Hoftag, auf dem es auch um den Italienzug und somit um das Vorgehen gegen König Roger II. ging, ein Vertreter Venedigs anwesend war.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 744, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1151-06-11_3_0_4_1_2_746_744
(Abgerufen am 25.01.2017).