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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Herzog Heinrich (von Sachsen) zieht nach Regelung seiner Angelegenheiten in Sachsen und Einsetzung seiner Gemahlin Clementia (von Zähringen) als Regentin mit einer in Sachsen gesammelten Streitmacht nach Bayern, um das als sein Erbe beanspruchte Herzogtum Bayern (siehe Reg. 705) mit Waffengewalt in Besitz zu nehmen. Da Konrad, der es als unrecht bezeichnet, wenn ein Fürst zwei Herzogtümer innehaben will, seinem Bruder Herzog Heinrich (Jasomirgott) (von Bayern) Unterstützung gewährt, kann der Sachsenherzog sein Vorhaben nicht verwirklichen.

Überlieferung/Literatur

Helmold von Bosau, Cron. Slavorum I c. 70 und c. 72, MGH SSrerGerm 32 134f. und 137f. (In diebus illis congregavit dux exercitum, ut abiret in Bawariam et requireret ducatum, quem vitricus suus Heinricus, frater Conradi regis, occupaverat); Chron. principum Saxoniae, MGH SS 25 475 (Henricus Leo dux 9. congregavit exercitum contra Henricum, vitricum suum, ad ducatum Bawarie recuperandum; sed rege Conrado fratrem suum iuvante, non profecit); Brief Konrads an Wibald von Stablo Reg. 715.

Kommentar

Den Titel eines Herzogs von Bayern hat Heinrich der Löwe bereits im Juli 1150 in einem Schreiben an Wibald von Stablo, Epp. Wibaldi Nr. 288 = MGH Nr. 264 (= DHdL 14) geführt, vgl. Jordan, Heinrich der Löwe 44. – Zur Argumentation Konrads über die Unzulässigkeit der Vereinigung zweier Herzogtümer in der Hand eines einzelnen Fürsten vgl. bei Reg. 109. – Kämpfe zwischen Herzog Heinrich von Sachsen und seinen Gegnern sind nicht überliefert und dürften vermutlich unterblieben sein, vgl. Bernhardi, Konrad III. 865.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 713, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1150-12-00_4_0_4_1_2_715_713
(Abgerufen am 29.05.2017).