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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad teilt Abt Wibald von Corvey (und Stablo) mit, daß nur er und sein Kanzler (Arnold von Wied) für die geplante Gesandtschaft zum Papst geeignet seien, da es dabei auch um Angelegenheiten gehe, die seinen Bruder, den Kaiser von Konstantinopel (Manuel I. Komnenos), und (König) Roger (II. von Sizilien) betreffen (Negotia, que nobis cum domno papa conveniunt, per alias personas nisi per tuam et cancellarii nostri discretionem tractari non possunt. Preterea in processu legationis hinc ex parte fratris nostri imperatoris Constantinopolitani, inde etiam ex parte Rogerii negotia se nobis offerunt, in quibus tractandis aliquas personas preter vos admittere nec volumus nec possumus). Er bittet ihn daher trotz der durch seinen, Wibalds, Kaplan Heinrich berichteten Schwierigkeiten dringend, sich der Gesandtschaft anzunehmen und sich am 29. September zusammen mit dem Kanzler bei ihm in Regensburg einzufinden (Rogamus igitur et certi esse volumus, quod laborem legationis nostrę … cum cancellario assumas et in festo sancti Michaelis Ratisbone cum ipso presentiam nostram adeas), wobei er ihm die Reisekosten so schnell wie möglich ersetzen wird.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch (B). Drucke: Epp. Wibaldi Nr. 280 = MGH Nr. 258; MGH DKo.III. 238.

Kommentar

Zur Datierung siehe die Vorbemerkung von Hausmann. – Ob man aus der Formulierung … in processu legationis hinc ex parte fratris nostri imperatoris Constantinopolitani, inde etiam ex parte Rogerii negotia se nobis offerunt einen Hinweis auf eine Gesandtschaft König Rogers an Konrad herauslesen kann (so Houben, Roger II. 101 Anm. 68), ist zweifelhaft. – Die in Wibalds Briefbuch überlieferte Korrespondenz zwischen diesem und Arnold (Epp. Wibaldi Nrr. 282–286 = MGH Nrr. 255, 257, 259ff.) zeigt, daß Wibald nach Erhalt der Zusicherung, die Reisekosten ersetzt zu erhalten, seine Meinung über die Gesandtschaft änderte und sich entschloß, nach Regensburg zu reisen, und zwar, wie er Arnold schrieb, auch aus der Sorge heraus, sich andernfalls Konrads Ungnade zuzuziehen. Arnold verlegte sich nun auf eine Hinhaltetaktik und bat Wibald, noch bis zum 15. Oktober zu warten. Dieser erklärte sich damit einverstanden und reiste am 18. Oktober aus Stablo ab, erhielt aber noch auf dem Weg an den Hof Konrads Brief Reg. 701 mit der Mitteilung, die Legation sei den Bischöfen von Basel und Konstanz übertragen worden, vgl. Wolter, Arnold von Wied 45f.; Hausmann, Reichskanzlei 111ff. und 219ff.; Stephan-Kühn, Wibald 352f. und Jakobi, Wibald von Stablo 151ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 690, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1150-08-00_2_0_4_1_2_692_690
(Abgerufen am 24.07.2017).