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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Abt Wibald (von Stablo und Corvey) bestätigt Konrad, in Corvey und über den Kaplan Heribert seinen Brief erhalten zu haben, in dem dieser ihn bittet, am 8. September in Nürnberg zu erscheinen, um gemeinsam mit dem Kanzler (Arnold von Wied) als Gesandter zum Papst und zur Stadt Rom zu reisen (Reg. 686). Trotz der im vergangenen Jahr und bis in die Gegenwart erlittenen Beleidigungen und Schäden sei er bestrebt gewesen, dieser Bitte nachzukommen, und am 9. August von Corvey nach Stablo aufgebrochen, das durch die Fehde zwischen dem Bischof (Heinrich II.) von Lüttich, dem Klostervogt (Heinrich von Laroche) und dem Grafen (Gottfried) von Montaigu ziemlich in Mitleidenschaft gezogen war. Auf dem Weg habe er in Köln mit dem Kanzler eine Unterredung über die aufgetragene Gesandtschaft gehabt, die ihnen in der momentanen Situation und insbesondere angesichts der Tatsache, daß noch nichts über das Resultat der Gesandtschaft des Grafen Alexander von Gravina zum griechischen Kaiser bekannt ist, nicht sinnvoll erschienen sei (Et in vigilia beati Laurentii de Corbeiensi monasterio egressi, magnis itineribus versus Stabulensem aecclesiam tetendimus, quae multis rapinis incendiis et aliis vexationibus conquassata et attrita erat propter dissensionem, quae fuit inter Leodiensem episcopum et advocatum ecclesiae nostrae et comitem de Monte Acuto. Venientes itaque Coloniam ad venerabilem cancellarium vestrum, multa familiariter ac diligenter contulimus de opportunitate itineris nostri, de utilitate legationes nostrae; et non videbatur nobis pro parvitate nostri ingenii, quod iuxta qualitatem huius temporis et rerum vestrarum statum hoc tempore hanc legationem fieri opporteret, maxime cum incertum sit, quidnam rerum comes Alexander de Gravina ab imperatore Grecorum referat). Dabei habe er vom Kanzler auch erfahren, daß sie auf eigene Kosten reisen sollten, wovon er weder durch Konrads Mandat noch durch Heribert etwas erfahren hatte. Er erinnert an seine zahlreichen, bisher in Konrads Dienst erbrachten Leistungen, die mit hohen Ausgaben verbunden waren, und betont, auch jetzt wieder Kosten nicht scheuen zu wollen, wenn die durch den Zwist mit Dietrich von Ricklingen (… propter nostrorum dissensione et rapinas Tiderici de Rikelinga) entstandenen Kosten ihm diesmal die Übernahme der Gesandtschaft nicht unmöglich machen würden. Er bittet Konrad, die Gesandtschaft vom Kanzler allein oder von den Bischöfen von Konstanz, Lausanne oder Basel durchführen zu lassen (Set cum vel solus cancellarius vel cum eo Constantiensis vel Basiliensis vel Lausennensis hac legatione possint apte fungi …) und ihm die Ausbesserung der entstandenen Schäden zu gestatten, und empfiehlt den Bischof (Heinrich) von Minden Konrads Huld.

Überlieferung/Literatur

Brief Wibalds an Konrad von August 1150, Epp. Wibaldi Nr. 279 = MGH Nr. 254.

Kommentar

Die Gesandtschaft sollte, wie der Hinweis auf jene des Grafen von Gravina nach Byzanz zeigt, in erster Linie über Konrads im Bündnis mit Byzanz geplanten Italienzug verhandeln, vgl. zuletzt Hiestand, Neptis tua 517ff., und Niederkorn, Thessalonike 229. – Zu Wibalds Konflikt mit Dietrich von Ricklingen siehe Regg. 680, 686, 691, zu der Stablo in Mitleidenschaft ziehenden Fehde Reg. 710.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 688, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1150-08-00_1_0_4_1_2_690_688
(Abgerufen am 22.11.2017).