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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Kaiser Konrad (Romanorum imperator augustus) versichert dem byzantinischen Kaiser Manuel (I. Komnenos) (Grecorum imperatori augusto sublimi porfirogenito), an dessen großzügige Aufnahme und Pflege während seiner Erkrankung auf dem Kreuzzug er sich dankbar erinnere, daß er seine vertraglichen Bündnisverpflichtungen einzuhalten gedenke (Pari quoque et simili recordationis constantia fixum animo tenemus, que fuerit inter nos mutue pactionis obligatio, quid tue celsitudini spoponderimus, quid perficere promiserimus). Es sei aber eine Verschiebung der Ausführung seines Vorhabens eingetreten, weil er nach seinem Abschied von ihm (Manuel) zunächst heimkehren mußte, um während seiner Abwesenheit ausgebrochene Unruhen im Reich zu unterdrücken, und dann sechs Monate lang von einer schweren Krankheit befallen war. Darüber sowie über den Sieg seines Sohnes Heinrich, der Manuel und dessen Gattin grüßen lasse, werde ein mit diesem Brief übersandter Eilbote mündlich mehr berichten (… lator presentium viva voce declarabit). Er selbst beabsichtige, nach dem auf den 1. Mai für die Fürsten Sachsens, Polens, Böhmens und der Lausitz angesetzten Hoftag in Merseburg eine Gesandtschaft bedeutender Männer in Begleitung von Manuels Gesandtem Michael Bardales an ihn abzuschicken (Ceterum post celebratam deo auctore curiam, quam kalendas may cum principibus Saxonie, Polonie, Boemie, Leuticię in civitate Merseburg habere decrevimus, nuncios nostros viros utique principales et egregios ad tuam presentiam cum tuo prudenti et honesto legato, videlicet Michael Bardalia, dirigemus …).

Überlieferung/Literatur

Kop.: Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch (B). Drucke: Epp. Wibaldi Nr. 237 = MGH Nr. 212; MGH DKo.III. 224.

Kommentar

Wie in den vorangehenden Briefen an die byzantinischen Herrscher Regg. 167, 228, 333 trägt Konrad auch in diesem, von Wibald von Stablo verfaßten Schreiben den Kaisertitel, der aber nunmehr – wie schon im Schreiben Heinrichs (VI.) Reg. 652 – auch dem Adressaten zuerkannt wird. – Zu den im Brief angeschnittenen Angelegenheiten, die im Schreiben an Manuels Gattin Irene teilweise ausführlicher besprochen sind, siehe Reg. 670. Der im Brief erwähnte byzantinische Gesandte Michael Bardales war vermutlich abgeschickt worden, um die Gründe für das Ausbleiben von Konrads Feldzug nach Süditalien zu erkunden und Konrad an seine vertraglichen Verpflichtungen zu erinnern, vgl. Dölger – Wirth Nr. 1378. – Da der Brief um einiges knapper gehalten ist als der etwas später entstandene an Manuels Gemahlin Irene Reg. 670 und wesentliche Dinge nur in letzterem enthalten sind, ist mit Bernhardi, Konrad III. 817, und Hiestand, Neptis tua 516, davon auszugehen, daß gleichzeitig mit dem Brief an Irene ein zweiter an Manuel abgeschickt wurde, der nicht erhalten ist.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 654, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1150-02-08_6_0_4_1_2_656_654
(Abgerufen am 24.07.2017).