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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Schlacht bei Flochberg. Herzog Welf VI. überfällt staufischen Besitz und greift die Burg Flochberg an. Nachdem König Heinrich (VI.) davon erfahren hat, zieht er mit einem Heer, das bei der fünf Stunden entfernten Harburg lagert, eilends dorthin. Als Welf und seine Bewaffneten daraufhin den Rückzug antreten, sendet er ihnen schnelle Reiter nach, die Welfs Nachhut aufhalten, und besiegt Welfs Heer, das sich gerade zur Schlacht stellt. 300 Reiter Welfs werden gefangengenommen, und nur wenige, darunter Welf selbst, können sich im Schutz der Dunkelheit retten.

Überlieferung/Literatur

Briefe an Kaiser Manuel Komnenos Reg. 654 und an dessen Gattin Irene Reg. 670; Briefe Heinrichs (VI.) an Kaiser Manuel Komnenos Reg. 652 und an dessen Gemahlin Irene Reg. 653; Briefe Wibalds von Stablo an den Kanzler Arnold von Wied, Epp. Wibaldi Nr. 226 = MGH Nr. 207 (… Guelfo, cum omnibus fere hominibus suis, a iuniore rege pugna superatus, captus est), und an Papst Eugen III., Epp. Wibaldi Nr. 232 = MGH Nr. 204 (Reg. 647); Hist. Welforum c. 28 54 und 56 (… in proxima hieme circa purificationem sanctae Mariae collecto milite fines regis invadit [Welf] ac castrum eius Flohperc forti impugnatione sollicitans, dum in reversione militem nimis diffuse et incaute duceret, a militibus regis circumventus ac congressionibus initis cum paucis, aliis circumquaque diffusis, plus ex infortunio quam ex instantia belli nostri fugam arripiunt plurimisque captis, nullo occiso, ignominiose revertuntur); Ann. Welfici Weingartenses 88; Ann. Isingrimi maiores, MGH SS 17 313; Ann. Mellicenses cont. Mellicensis, MGH SS 9 504; Ann. Palidenses, MGH SS 16 84; Gottfried von Viterbo, Pantheon part. 23 c. 49, MGH SS 22 262; Sächsische Weltchronik Rec. C c. 287, MGH Dt. Chron. 2 215.

Kommentar

Zur Schlacht bei Flochberg, mit welcher die Fehde zwischen Staufern und Welfen 1150 entschieden wurde, bieten die Quellen widersprüchliche Aussagen zu den Verlusten: Während die Historia Welforum berichtet, kein einziger sei gefallen (nullo occiso), und auch Heinrich (VI.) nur von der Tötung zahlreicher Pferde spricht, schreibt Konrad in seinem Brief an Irene, daß Welf viele Mitstreiter durch Gefangennahme und Tod verloren habe (multis tam cede quam captione amissis), und auch Wibald erwähnt in dem (allerdings, wie die Nachricht von der Gefangennahme Welfs zeigt, auf mangelhaften Informationen beruhenden) Brief an Eugen III. zahlreiche Gefallene, darunter einen gewissen Godebold; vgl. Hechberger, Staufer und Welfen 214, der es für wahrscheinlich hält, daß tatsächlich keine (nennenswerte Zahl an) Toten zu beklagen war.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 651, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1150-02-08_3_0_4_1_2_653_651
(Abgerufen am 23.03.2017).