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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad beruft seinen Kanzler Arnold von Wied zur Erledigung einiger Angelegenheiten an den Hof. Arnold vermutet aber, Konrad wolle ihn gemeinsam mit Abt Wibald von Stablo und Corvey nach Rom schicken (Dominus meus ad curiam suam me vocavit, quasi mecum de negociis suis ordinaturus; set ego magis estimo, quod ipse vos et me Romam mittere intendat), und nennt Wibald als Gründe, die ihn von der Annahme dieses Auftrags entschuldigen, einerseits die nach der Heimkehr vom Kreuzzug festgestellte schlimme wirtschaftliche Situation der Kölner Kirche (Ego enim Hierosolima rediens, curtes omnes vacuas et quatuor meliores grandine prorsus percussas inveni), andererseits vor allem aber die mangelnde Aufrichtigkeit gegenüber dem Zweck der Gesandtschaft, die besser von geringeren Personen übernommen werden sollte (… per minores personas legatio, effectu vel veritate carens, convenientius agi possit). Sollte aber Wibald die Mission für notwendig und erfolgversprechend halten sowie das nötige Reisegeld beschaffen können, wolle er sich auf dessen Rat doch zur Verfügung stellen.

Überlieferung/Literatur

Brief Arnolds von Wied an Wibald von Stablo, Epp. Wibaldi Nr. 223 = MGH Nr. 206.

Kommentar

Zur Problematik der Gesandtschaft Wibalds und Arnolds nach Rom vgl. den Kommentar zu Reg. 615. – Mit der Zwiespältigkeit der befürchteten Mission sprach Arnold wohl den Plan Konrads an, parallel zu den Verhandlungen mit dem Papst auch mit dem diesem feindlichen Senatsregiment in Rom ins Gespräch zu kommen (Reg. 607), vgl. Hausmann, Reichskanzlei, 108, und Wolter, Arnold von Wied 41. In seinem Antwortschreiben, Epp. Wibaldi Nr. 226 = MGH Nr. 207, geht Wibald auf die Frage der Besetzung der geplanten Gesandtschaft nicht ein, obwohl er selbst mit ihrer beider Betrauung gerechnet haben dürfte (Epp. Wibaldi Nr. 251 = MGH Nr. 222). Arnolds mangelnde Bereitschaft, nach Rom zu reisen, hing auch mit der Suspension und dem schlechten Gesundheitszustand Erzbischof Arnolds I. von Köln zusammen, dessen Nachfolge er anzutreten hoffte, vgl. Wolter, Arnold von Wied 40ff.; Hausmann, Reichskanzlei 108ff., und Kunisch, Konrad III. 61ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 642, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1150-01-00_1_0_4_1_2_644_642
(Abgerufen am 18.01.2017).