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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Papst Eugen III. teilt Konrad mit, daß er dessen Bitte zur Besetzung der Propstei Xanten (preces in electione Xantensis prepositi) (siehe Reg. 615) gerne nachgekommen sei. Bei der Angelegenheit des Kölner Erzbischofs (Arnold I.) könne Konrad von seiner Umgebung die Schwere des Falles erfahren, und Konrad hätte sich schwerlich für Arnold eingesetzt, wenn er über die von diesem begangenen Vergehen (… quanta circa officium suum per negligentiam et inobedientiam superbiendo commiserit …) Bescheid gewußt hätte, deretwegen er diesen auch schon auf dem Reimser Konzil (concilio, quod Remis … celebravimus) abgesetzt hätte, wäre nicht wegen Konrads Abwesenheit Schaden für das Reich (detrimentum … regno) zu befürchten gewesen. Nach Konrads Rückkehr hätte er ihn aber verurteilt, wäre nicht Konrads Botschaft gekommen, und aus Geneigtheit gegenüber dessen Wünschen habe er Arnold (für seine Reise an die Kurie) eine Frist bis zum 30. April eingeräumt (Set precibus tuis quantum possumus inclinati, manum nostram in presentiarum ab ipsius dampnatione retraximus et usque ad dominicam, qua cantatur Ego sum pater bonus, inducias ei concessimus). Er hoffe, daß Konrad angesichts des ihm erwiesenen Entgegenkommens seinerseits den Anliegen der römischen Kirche wohlgesonnen sein werde, und sendet Grüße an König Heinrich (VI.).

Überlieferung/Literatur

Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch. Drucke: Epp. Wibaldi Nr. 204 = MGH Nr. 215; PL 180 1402f. Nr. 367. Regg.: JL 9359; GP 7/1 Nr. 278.

Kommentar

Zur Problematik der gegen Erzbischof Arnold erhobenen Vorwürfe siehe Reg. 541. Die mit erheblich geschwächter Gesundheit und unter ungünstigen äußeren Bedingungen durchgeführte Romreise Arnolds führte, obwohl der Erzbischof offenbar reichliche Geldmittel zu Bestechungszwecken mit sich führte, nicht zur Aufhebung der über ihn verhängten Suspension, aber auch nicht zu seiner Absetzung. Zu der von manchen erhofften Resignation des körperlich und geistig gebrochenen, in Adel und Klerus der Diözese aber doch über einen gewissen Rückhalt verfügenden Prälaten kam es dennoch nicht. Bis zu seinem Tod am 3. April 1151 scheint er aber keine nennenswerten Aktivitäten mehr entfaltet zu haben, vgl. Grebe, Erzbischof Arnold 66ff.; Wolter, Arnold von Wied 39f.; Meyer-Gebel, Bischofsabsetzungen 197ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 631, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1149-11-28_1_0_4_1_2_633_631
(Abgerufen am 29.03.2017).