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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Papst Eugen III. fordert Konrad unter Hinweis auf biblische Vorbilder auf, die von ihm und seinem Heer (auf dem Kreuzzug) erduldeten Mißgeschicke gottergeben zu ertragen (… Hoc itaque rationis debito incitati, discretionem tuam commonemus et exhortamur in Domino, quatinus tribulatione, quas tibi et exercitui tuo omnipontens Deus irrogavit, patienter supportes …). Da der Wunsch, die Reich und Kirche betreffenden Angelegenheiten (de his quae ad honorem sanctae ecclesiae et regni spectare noscuntur) persönlich zu besprechen, sich nicht verwirklichen ließ, habe er nach Erhalt der Nachricht von Konrads Ankunft in Italien – wie er ihn durch Erzbischof Hartwig von Bremen und Bischof Anselm von Havelberg (Ar[twicum] Bremensem archiepiscopum et A[nselmum] Havelenbergensem episcopum) wissen ließ – einige Kardinäle zu ihm abgeschickt, um ihn seines Wohlwollens zu versichern, ihn in einigen Angelegenheiten zu befragen und als Vogt der römischen Kirche von deren Lage zu unterrichten. Als die Kardinäle, in der Toskana angelangt, erfuhren, daß Konrad schon nach Deutschland weitergereist sei, kehrten sie um, da sie sich aus Altersgründen den Schwierigkeiten einer so langen Reise (nach Deutschland) nicht gewachsen fühlten. Da er aber Konrads wie auch seines Sohnes Heinrich (VI.) Befinden zu kennen begierig sei, habe er seinen Boten F(ranco) mit dem vorliegenden Brief zu ihm geschickt, und diesem möge er das Entsprechende mitteilen (Quibus dedimus in mandatis, ut tibi, tanquam karissimo filio nostro et catholico principi atque speciali sanctae Romanae aecclesiae defensori, ipsius aecclesiae statum et nostrum exponerent. Qui siquidem usque in Tusciam progressi, ex quo te ad Teutonicas partes pertransisse noverunt, longitudinem viae et difficultatem itineris propter aestatis intemperiem metuentes, ad nostram presentiam redierunt. Ceterum quia statum tuum et dilecti filii nostri Hen[rici] iunioris regis, quem post discessum tuum paterno affectu dileximus et in posterum actiones eius prosperari in Domino preoptamus, cognoscere cupimus … per fidelem nostrum F[ranconem] latorem presentium et apostolicam scripta tuam excellentiam visitantes, nobilitatem tuam monemus et exhortamur in Domino, quatinus ea, que circa te et ipsum geruntur, et statum regni per eundem F[ranconem] nobis studeas intimare).

Überlieferung/Literatur

Insert in den Gesta Friderici Ottos von Freising; Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch. Drucke: Epp. Wibaldi Nr. 185 = MGH Nr. 200; Otto von Freising, Gesta Friderici I 66, MGH SSrerGerm 46 94f.; PL 180 1393 Nr. 354. Reg.: JL 9344.

Kommentar

Nach Gleber, Papst Eugen III. 120, können die vom Papst für das Ausbleiben einer Fühlungnahme mit Konrad bei dessen Eintreffen in Italien angeführten Gründe „zwar nicht unbedingt als unrichtig bezeichnet werden“, wirken aber wenig überzeugend. Gleber zufolge war ein schlechtes Gewissen Eugens wegen dessen Abkommen mit Roger II. dafür verantwortlich und sollten die überschwenglichen Trostworte wegen der Mißgeschicke im Orient Konrads Zorn besänftigen. Zum colloquium zwischen Eugen und Konrad vgl. kurz Schneider, Tractare de statu regni 68.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 606, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1149-06-24_1_0_4_1_2_608_606
(Abgerufen am 16.01.2017).