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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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König Heinrich (VI.) beteuert Papst Eugen III. seinen Gehorsam gegenüber der Römischen Kirche und teilt ihm mit, daß der von seinem Vater den Gewohnheiten gemäß vor dessen Abreise zum Vormund und Reichsverweser bestellte Erzbischof Heinrich von Mainz (Morem regni nobis a deo collati vestram prudentiam ignorare non credimus in eo videlicet, quod Moguntinus archiepiscopus ex antiquo suę ęcclesię et dignitatis privilegio sub absentia principis custos regni et procurator esse dinoscitur, que priscorum instituta regum gloriosus genitor noster ut in ceteris secutus nostram ętatem et regni gubernationem reverendo patri nostro Heinrico Moguntino archiepiscopo omnium principum favente coniventia magna cum attentione commisit) nicht auf dem Konzil in Reims erschienen sei, weil dessen Abwesenheit vom Reich höchst ungelegen gewesen wäre und die bestehenden Schwierigkeiten es Heinrich nicht gestattet hätten, die Angelegenheiten des Königs gegen dessen und der Fürsten Widerstand im Stich zu lassen. Da Heinrich angesichts der zahlreichen an ihn ergangenen Ladungen nun die Absicht kundgetan habe, vor dem Papst zu erscheinen, habe er mit den Fürsten am 8. September in Frankfurt auf einem Hoftag (in preterita nativitate beatę Marię curiam deo auctore in oppido Frankenevort celebravimus) darüber beraten und bitte den Papst, den zu seinem und des Reiches Nachteil zu ihm gereisten Erzbischof wieder in Gnaden aufzunehmen und so bald wie möglich zurückzuschicken.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch (B). Druck: Epp. Wibaldi Nr. 116 = MGH Nr. 93; MGH DH.(VI.) 9. Regg.: GP 4/5 348 Nr. 316; Stumpf 3612.

Kommentar

Die vor allem von Gleber, Papst Eugen III. 90f., vertretene Meinung, daß Erzbischof Heinrich von Mainz den päpstlichen Absichten, die Geschicke des Reiches zu lenken, im Wege stand und daher durch die Suspension aus dem Weg geräumt wurde, muß angesichts der Unhaltbarkeit der These von der Leitung der Reichsregierung nach der Abreise des Erzbischofs durch Wibald von Stablo (siehe Reg. 572) als widerlegt angesehen werden.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 573, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1148-09-08_4_0_4_1_2_575_573
(Abgerufen am 26.07.2017).