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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad teilt Abt Wibald von Corvey (und Stablo) mit, daß er sich am achten September zur Heimkehr eingeschifft habe (naves redituri in festo beatę Marię in septembre intravimus), nachdem das von allen beschlossene Unternehmen gegen Damaskus zu einem Zeitpunkt zum Scheitern gebracht wurde, als nach verlustreichen Kämpfen vor der Stadt das Lager aufgeschlagen und diese bereits dem Fall nahe war. Das Scheitern wurde durch den Verrat von Leuten verursacht, von denen er es am wenigstens erwartet hätte, indem sie mit dem Argument, daß die Stadt an jener Stelle (an der sich das Lager befand) uneinnehmbar sei, den Abmarsch der Belagerer auf eine andere Seite veranlaßten, wo es aber weder einen möglichen Zugang zur Stadt noch Wasser gab, worauf alle mit Entrüstung und in Schmerzen zurückgekehrt seien. Auch der darauf beschlossene Feldzug gegen Askalon sei nicht zustandegekommen, da kaum jemand zum vorgesehenen Termin am vereinbarten Ort erschienen war. Nach acht Tagen vergeblichen Wartens habe er, ein zweites Mal getäuscht, die Heimreise angetreten (Cum Damascum communi consilio venissemus et castra ante portam civitatis cum magno nostrorum discrimine locassemus et iam prope esset, ut sine omni ambiguitate civitas caperetur, traditio, a quibus minime cavimus, in hunc modum facta est, quod ipsi in eo loco civitatem inexpugnabilem esse asserebant et ex industria in aliam partem, ubi nec aqua exercitui suppetebat nec accessus aliquis patebat, nos ducebant; et ita omnes in indignationem pariter [et] in dolorem conversi infecto negotio redierunt. Expeditionem tamen ibidem versus Ascalonam unanimiter se moturos spoponderunt, locum et diem prefixerunt. Illic ex condicto venientes neminem fere invenimus. Ibi universitatem octo frustra diebus prestolati, secundo ab eis delusi, ad propria tendimus). Er hoffe, Wibald bald selbst für die Dienste, die er seinem Sohn Heinrich (VI.) geleistet und für seine erwiesene Treue, in der er fortfahren möge, danken zu können.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch (B). Drucke: Epp. Wibaldi Nr. 144 = MGH Nr. 120; MGH DKo.III. 197.

Kommentar

Der Brief, der sich, nach der Stellung der Abschrift in Wibalds Briefbuch zu schließen, im Januar 1149 in dessen Hand befand, entstand vermutlich noch in Akkon, wo Konrad ihn noch vor seiner eigenen Abfahrt einem direkt ins Abendland segelnden Schiff mitgab, vgl. Hiestand, Kaiser Konrad III. 116f. Aufgrund dieser Datierung ist mit Hiestand auch die von Hausmann, Anfänge 60 mit Anm. 20, und Herkenrath, Regnum und Imperium 10, vertretene Auffassung zu verwerfen, daß die in Konrads DD aus der Zeit nach der Rückkehr vom Kreuzzug zunächst regelmäßig und dann sehr häufig anzutreffende Verwendung der Intitulatio rex Romanorum augustus auf byzantinischen Einfluß zurückzuführen ist. Nach Hiestand, Kaiser Konrad III. 119, ist der im Brief gebrauchte augustus-Zusatz vielmehr eine Folge der Situation des Jahres 1148 und diente der Betonung von Konrads imperialer Stellung gegenüber den Königen von Frankreich und Jerusalem.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 571, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1148-09-08_2_0_4_1_2_573_571
(Abgerufen am 23.11.2017).