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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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In einer Versammlung wird, nachdem die verschiedensten Unternehmen vorgeschlagen worden waren, einhellig beschlossen, gegen Damaskus zu ziehen. Als Teilnehmer der Versammlung werden namentlich genannt: Konrad, von den Kreuzfahrern die Bischöfe Otto von Freising, Stefan von Metz und Heinrich von Toul, der päpstliche Legat und (Kardinalbischof) Theodewin von Porto, die Herzöge Heinrich von Bayern (dux Austrie), Welf (VI.), Friedrich (III.) von Schwaben, die Markgrafen Hermann von Baden und Wilhelm von Montferrat, Berthold von Andechs und Graf Guido von Biandrate, König Ludwig (VII.) von Frankreich mit den Bischöfen Gottfried von Langres und Arnulf von Lisieux und dem päpstlichen Legaten und Kardinalpriester Guido von S. Chrysogono sowie den Grafen Robert von Perche, Heinrich von Troyes, Dietrich von Flandern und Ivo von Nelles, Graf von Soissons, aus dem Königreich Jerusalem König Balduin III. mit seiner Mutter Melisende, Patriarch Fulcher von Jerusalem, die Erzbischöfe Balduin von Caesarea und Robert von Nazareth, die Bischöfe Rorgo von Akkon, Bernhard von Sidon, Wilhelm von Beirut, Adam von Banyas und Gerald von Bethlehem, der Meister der Templer Robert und der Johannitermeister Raimund, der königliche Konstabler Manasses, die Herren Philipp von Nablus, Elinand von Tiberias, Gerhard von Sidon, Walter von Caesarea, Paganus von Transjordanien, Balian der Ältere von Ibelin, Humfred von Toron und Guido von Beirut.

Überlieferung/Literatur

Otto von Freising, Gesta Friderici I 63, MGH SSrerGerm 46 89f. (… in loco, qui Palma nomen a re sortitus appellatur, mense Iunio circa nativitatem sancti Iohannis baptistae [24. Juni] conveniunt, de die, loco, ubi et quando exercitus instauraretur, ordinantes); Wilhelm von Tyrus, Chron. 17 c. 1 760f. (Apud Ptolomaidam urbem maritimam curia celebratur generalis, nominanturque principes qui ad eam convenerunt. … Interfuit igitur primus dominus Conradus, inclite recordationis Theotonicorum rex et Romanorum imperator, et de principibus eius … [Aufzählung der Namen]. De nostris autem regionibus affuit dominus Balduinus Ierosolimorum rex … dominus Fulcherus patriarcha …[Aufzählung weiterer Namen]) und c. 2 761 (Tractatis igitur congruo libramine deliberationis partibus, post subiecta, sicuti in talibus solet fieri, diversarum partium diversa consilia, de communi consilio visum est tempori expedientius Damascum urbem nostris dampnosam obsidere …); Ibn al-Qalanisi 294; Matthew Paris, Hist. Anglorum 283.

Kommentar

Ob die bei John of Salisbury, Hist. Pontificalis c. 24 56, geschilderte Auseinandersetzung zwischen Bischof Gottfried von Langres und dem für die sofortige Heimkehr plädierenden Grafen Dietrich von Flandern, in der Konrad auf Seite Dietrichs, König Ludwig eher auf der des Bischofs stand, sich bei der Versammlung in Palmarea ereignete oder auf die ebd. c. 26 58 dargestellten Beratungen über den Abbruch der Belagerung von Damaskus zu beziehen ist, kann nicht entschieden werden, vgl. Niederkorn, Traditio 62f. – Im Gegensatz zum fast einhelligen Urteil der Forschung, daß die Wahl des für die Kreuzfahrerstaaten keine Bedrohung darstellenden, ja mit diesen verbündeten Damaskus als Angriffsziel eine höchst unkluge Entscheidung darstellte, meint Hoch, Jerusalem, daß die genannte Allianz schon seit der Expedition König Balduins in den Hauran im Jahr 1147 und der mit einer dynastischen Heirat verbundenen Herstellung amikaler Beziehungen zwischen Damaskus und Aleppo nicht mehr aufrecht war (90–101) und daß die Inbesitznahme von Damaskus sehr wohl eine massive Erhöhung der Sicherheit des Königreichs Jerusalem herbeigeführt hätte (85–90); siehe auch dens., The price of failure181f. – Zu den Beweggründen für die Wahl von Damaskus als Angriffsziel vgl. auch Hiestand, Kaiser Konrad III. 88–93; Mayer, Melisende 127; Forey, Failure 18f.; Niederkorn, Traditio 63; Köhler, Allianzen 202ff.; Hoch, Choice of Damascus 359–369, sowie den Kommentar zu Reg. 555. – Die Diskussionen bei den Versammlungen reflektierten nach Niederkorn, Traditio 63, wohl nicht zuletzt die Differenzen im Königreich Jerusalem zwischen König Balduin und seiner Mutter Melisende; daher dürften neben Damaskus allenfalls noch Askalon oder der Hauran und vereinzelt Edessa oder Aleppo als Angriffsziel eingebracht worden sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 555, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1148-06-24_2_0_4_1_2_557_555
(Abgerufen am 29.03.2017).