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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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König Heinrich (VI.) erhält einen vor dem 8. April, aber nach dessen Abreise von Reims verfaßten Brief Abt Wibalds von Corvey (und Stablo), in dem dieser zunächst an sein – Heinrich von Augenzeugen sicher hinterbrachtes – Wirken zu Heinrichs und des Reiches Besten auf dem Reimser Konzil erinnert. Der Grund, weshalb Wibald ihm nach Unterredungen mit dem Notar Heinrich schreibe, sei die Angelegenheit des neugewählten Abtes von Fulda (Rugger), der keine Bestätigung (durch den Papst) zu erwarten habe und von vielen für ungeeignet erachtet werde. Wibald fordert Heinrich auf, im zu erwartenden Fall der Entfernung des neuen Abtes erneute Tumulte in Fulda zu verhindern und so, wie er dort zuletzt energisch und klug zu seiner und der römischen Kirche Ehre gewaltet habe, auch jetzt in seiner Anwesenheit alles in Ruhe und Ordnung durchführen zu lassen. Allgemein rät Wibald dem König, Papst Eugen (III.), der ihn gnädigst geehrt habe, mit ganzem Herzen hochzuachten und sich keinesfalls dessen Entscheidungen auf irgend jemandes Betreiben hin zu widersetzen, und auch dann, wenn Interventionen zugunsten von Fürsten und Getreuen nötig seien, diese mit Mäßigung und unter Vermeidung von Beleidigungen vorzunehmen. Er befürchte nämlich, daß Heinrich gemäß den Eingebungen gewisser Leute gegen die Römische Kirche vorgehen könnte, was sich für ihn zum Grund von Ärgernissen und Beleidigungen entwickeln würde. Außerdem empfiehlt er Heinrich, sich nicht nach Sachsen, Schwaben oder Lothringen zu begeben, wenn er nicht von den dortigen Fürsten wegen einer dringlichen Angelegenheit gerufen werde.

Überlieferung/Literatur

Briefe Wibalds von Stablo an Heinrich (VI.) von 1148 Mitte April, Epp. Wibaldi Nr. 88 = MGH Nr. 63, sowie an Papst Eugen III. von 1148 nach September 8 (?), Epp. Wibaldi Nr. 89 = MGH Nr. 111.

Kommentar

Zu den Vorgängen in Fulda siehe auch Reg. 537 und die dort genannte Literatur. Von einem neuerlichen Eingreifen Heinrichs, das Wibald hier verlangt, ist nichts überliefert. – Zu den in Wibalds Schreiben angesprochenen papstfeindlichen Kräften in Heinrichs Umgebung vgl. den Kommentar zu Reg. 553.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 548, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1148-04-15_1_0_4_1_2_550_548
(Abgerufen am 21.01.2017).