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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad teilt seinem Sohn König Heinrich (VI.) (iuniori regi Heinrico) mit, gesund in Jerusalem eingetroffen zu sein (Sani et incolumes Iherosolymam usque pervenimus), und lobt diesen für die ihm berichteten Leistungen in der Regierung des Reiches. Er ermahnt ihn unter Androhung des Verlusts seiner Würde, seine Anweisungen getreulich auszuführen, billigt die Beilegung von Heinrichs Streit mit seinem Onkel durch die Vereinbarung, derzufolge er (Heinrich) bis zu seiner, Konrads, Rückkehr über die strittigen Burgen, Ministerialen und Eigengüter (castra, ministeriales et allodia) verfügen soll, kündigt die Verurteilung seiner Ministerialen, die Heinrich den Gehorsam verweigerten, und deren Bestrafung sowie die Belohnung der Getreuen bei seiner Rückkehr an (Audivimus etiam de ministerialibus nostris, quod quidam eorum devote ac fideliter tanquam nobis tibi servirent, quidam vero te dominum suum propter absentiam nostram abnegantes servitio tuo se subtraxerunt. Unde dignam sententiam eis indicimus. Quod si deus prosperum reditum nobis concesserit, malos male perdemus, bonos autem fideles tuos scilicet ac nostros digne remunerabimus). Bei einigen Personen, die ihn selbst [und Heinrich] mißachteten und in deren Angelegenheit er in einem anderen Brief gesondert Anweisungen geben werde, befiehlt er, diese im Hofgericht zu verurteilen und/oder aus dem Reich zu entfernen (De quibus igitur contemptoribus videlicet [tuis et] nostris specialiter in aliis litteris tibi mandabimus; iudicio curię tuę condemnari vel á regno eici eos precipimus). Konrad gestattet Heinrich die Nutzung der königlichen Einkünfte (omnia servitia nostra ac reditus nostros) mit Ausnahme der ihm selbst vorbehaltenen und befiehlt dem Notar Heinrich, seinem Sohn so treu wie ihm selbst zu dienen, wofür er ihm eine entsprechende Belohnung nach seiner Rückkehr verspricht.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Archives de l´État à Liège, Abschrift aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Wibalds Briefbuch (B). Drucke: Epp. Wibaldi Nr. 90 = MGH Nr. 84; MGH DKo.III. 196. Regg.: Diestelkamp – Rotter 1 Nr. 259; Stumpf 3553.

Kommentar

Zu Heinrichs Vereinbarung mit seinem Onkel, Gebhard von Sulzbach, siehe Reg. 531. Ob Konrads Informationen über die abtrünnigen Ministerialen und die Aufrührer, über die nichts weiteres überliefert ist, ebenfalls von Heinrich stammten, ist unsicher, desgleichen, ob der angekündigte, aber nicht erhaltene Brief zu den (nicht identifizierbaren) Personen, die Konrad und Heinrich (dessen Name in der von Wibald selbst herrührenden Abschrift zwar fehlt, aus grammatikalischen Gründen in der Edition aber zu Recht ergänzt wurde) verachtet hatten, tatsächlich abgeschickt wurde. Auch die Modalitäten der Aufteilung der königlichen Einkünfte zwischen Konrad und seinem Sohn sind nicht bekannt.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 546, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1148-04-11_2_0_4_1_2_548_546
(Abgerufen am 23.01.2017).