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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad, dem von den Byzantinern die Absicht unterstellt wird, Konstantinopel erobern und einen lateinischen Patriarchen einsetzen zu wollen, verweilt, ohne die Stadt zu betreten, einige Tage in Hasköy. Mit Kaiser Manuel (I. Komnenos) tauscht er zwar Botschaften aus, zu einer Zusammenkunft der beiden Herrscher kommt es aber nicht, dagegen zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Griechen und Deutschen.

Überlieferung/Literatur

Manganeios Prodromos, Poem 20, v. 220ff.; Ann. Herbipolenses, MGH SS 16 5; Ann. Palidenses, MGH SS 16 82; Ann. Pegavienses, MGH SS 16 258; Ann. S. Pauli Virdunenses, MGH SS 16 501; Notae Pisanae, MGH SS 19 266; Ann. Casinenses, MGH SS 19 310; Odo von Deuil, Croisade 39 = MGH SS 26 65; Helmold von Bosau, Cron. Slavorum I c. 59, MGH SSrerGerm 32 115; Cronica S. Petri Erfordensis moderna, MGH SSrerGerm 42 176; Gerhoch von Reichersberg, De investigatione Antichristi, MGH Libelli de lite 3 375; Romuald von Salerno, Chron. 229; Wilhelm von Tyrus, Chron. 16 c. 19 741; Sächsische Weltchronik Rec. C c. 284 und Rec. AB c. 294, MGH Dt. Chron. 2 213f. und 217; Kinnamos, Epitome 2 75–81; Nicetae Choniatae Historia I 5, 65; Ex Ephraemio Chronographo, RHC HG I 525.

Kommentar

Über Konrads Aufenthalt vor den Mauern von Konstantinopel im September 1147 sind sehr widersprüchliche Nachrichten erhalten: Während die meisten lateinischen Quellen – z.T. sogar recht detailliert – von einem ehrenvollen und freundlichen Empfang berichten, beschreibt Kinnamos die Beziehungen zwischen Byzantinern und Kreuzfahrern als geradezu feindselig (vgl. auch den Kommentar zu Reg. 503). Beide Meinungen sind vermutlich unzutreffend, großes Mißtrauen gegenüber den Absichten des Staufers dürfte seitens der Byzantiner aber tatsächlich existiert haben, vgl. Magdalino, Empire 48. Wie die Aussage des Niketas, daß Konrad nach anfänglicher Weigerung zur Überquerung des Bosporus genötigt gewesen sei, und jene Odos von Deuil über das Nichtzustandekommen eines Zusammentreffens Manuels mit Konrad zeigen, scheinen damals auch zwischen den beiden Herrschern ungeachtet ihrer Verschwägerung und ihres Bündnisses Spannungen aufgetreten zu sein. Diese sind, außer auf allgemeine Vorurteile und Mißverständnisse zwischen Byzantinern und Leuten aus dem lateinischen Westen und die vorgefallenen Auseinandersetzungen zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Kreuzfahrern, vermutlich auf die Unsicherheit des byzantinischen Kaisers über die Lauterkeit von deren Absichten zurückzuführen. Auch die von Kinnamos (allerdings für einen späteren Zeitpunkt) überlieferte Weigerung Konrads, Manuel eine Anzahl seiner Ritter zum Einsatz gegen die Normannen zu überlassen (siehe Reg. 511), obwohl er dies 1145 versprochen hatte (siehe Reg. 333), dürfte eine Rolle gespielt haben, vgl. dazu Vollrath, Konrad III. 346, und Niederkorn, Mitgift 130.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 507, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1147-09-00_5_0_4_1_2_509_507
(Abgerufen am 21.07.2017).