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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad bittet Kaiser Manuel (I. Komnenos), die von seinem Heer angerichteten Schäden nicht ihm anzulasten, sondern als unvermeidliche Begleiterscheinung beim Durchmarsch eines fremden Heeres anzusehen.

Überlieferung/Literatur

Kinnamos, Epitome 2 76.

Kommentar

Verfälschtes oder fiktives Schreiben. Ein Austausch von Briefen zwischen Manuel und Konrad während dessen Aufenthalt am Bosporus ist zwar nicht unwahrscheinlich, diese hätten aber sicher nicht den von Kinnamos überlieferten Inhalt gehabt. Kinnamos´ Darstellung des Durchzugs der Kreuzfahrer durch byzantinisches Territorium ist in vielem mit anderen Quellenangaben nicht vereinbar, sondern von Ressentiments gegen die Kreuzfahrer und dem Bestreben, die Überlegenheit Kaiser Manuels und der Byzantiner aufzuzeigen, geprägt. Auch die von Kinnamos gebotene Korrespondenz zwischen Konrad und Manuel, deren ironisch-polemischer Unterton in einem Regest nicht adäquat wiedergegeben werden kann, ist von dieser Grundhaltung gefärbt. Ob es sich dabei um reine Erfindungen des Autors handelt oder ob er tatsächlich vorliegende Schreiben rhetorisch ausgeschmückt und in seinem Sinn verfälscht hat, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, vgl. neben der älteren Kontroverse über die Glaubwürdigkeit des Kinnamos zwischen Kugler, Studien 36f.; Kugler, Analecten 57ff., einerseits, Giesebrecht, Kaiserzeit 4 479; Kap-Herr, Politik Kaiser Manuels I. 16ff., und Bernhardi, Konrad III. 617 Anm. 64, andererseits vor allem Lamma, Comneni e Staufer 1 71 Anm. 1; den Kommentar zu Dölger – Wirth Nr. 1360, und Kresten, Auslandsschreiben 40–43, demzufolge „so mancher der von Kinnamos zitierten Briefe den Eindruck [erweckt], auch in inhaltlicher Hinsicht äußerst frei gestaltet zu sein und in der überlieferten Form nur geringe Glaubwürdigkeit zu besitzen“.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 503, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1147-09-00_1_0_4_1_2_505_503
(Abgerufen am 28.05.2017).