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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad bestätigt dem Kloster St. Peter und Paul zu Rüeggisberg (ecclesiam de Rugeresberc), daß es von Lütold von Rümlingen (illustris vir Lutholfus nomine de castello Romelinga) gemeinsam mit dessen Bruder Regenfried und mit Zustimmung von dessen Söhnen Ulrich, Luprand, Notger, Burchard und Rudolf für das Seelenheil der Stifter und von Guta, der Gattin Lütolds, auf Eigengut und unter Mitwirkung der Herzöge Berthold und Rudolf (von Schwaben) in seinem Reich im Uffgau in comitatu Bargensi gegründet und an Abt Hugo von Cluny übergeben wurde, und daß die unter der Regel und den Gewohnheiten von Cluny lebenden Mönche die Freiheit besitzen, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln, wofür sie verpflichtet sind, jährlich am 29. Juni einen Zins von einem Goldpfennig an Cluny zu leisten (Ipsi vero ibidem famulantes deo monachi sub regula et ordine Cluniacensi liberam habeant, ut dignum est, de sua propria causa potestatem suis necessitatibus et omnimodis providere uti ac vivere, tantum ut censum reddant ad Cluniacum per singulos annos aureum denarium in natali apostolorum Petri et Pauli). Des weiteren bestätigt er in Anwesenheit (?) des Abtes Peter von Cluny die von seinen Vorgängern Kaiser Heinrich IV. und Kaiser Heinrich V. vollzogene Schenkung des Ortes Ruicinum und eines noch zu rodenden Waldes am Guggisberg, dessen Grenzen genau beschrieben werden (scilicet Ruicinum loco et adiacens desertum quoddam iuris regni mei, scilicet nemus … Terminus vero eiusdem silve ac deserti circa montem Gucchani extensus in longitudinem et latitudinem …), und gewährt dem Kloster Immunitätsrechte über den Wald (ut nulli omnino hominum sive ditiori sive pauperiori posthac liceat in eodem loco vel in eadem silva aliquas proprietatis conditiones non hereditarii iuris, non advocatie, non cuiuslibet potestatis usurpatione, que libertati sunt usibus noceat, sibimet vendicare vel temere perturbare aut subitas ei possessiones auferre vel minuere, sed omnia conserventur eorum, pro quorum sustentatione ac gubernatione concessa sunt, usibus omnimodis profutura). Z.: die Erzbischöfe Heinrich von Mainz, Albero von Trier und Arnold von Köln, die Bischöfe Bucco von Worms, Günter von Speyer und Burchard von Straßburg, Herzog Friedrich (III. von Schwaben), Herzog Konrad (von Zähringen), Graf Werner von Baden, Graf Ulrich von Lenzburg. – Arnoldus canc. vice Henrici Moguntini archiepisc. et archicanc.; unter Benutzung von Formularbehelfen und der zwischen 1108 bis 1115 entstandenen Fälschung DH.IV. †281 bzw. des darauf beruhenden DH.V. 147 (Stumpf 3121) außerhalb der Kanzlei angefertigt. SI. D. Si his, qui.

Originaldatierung:
(tercio idus marcii, Francheneuort in curia celebri)

Überlieferung/Literatur

Orig.: Staatsarchiv des Kantons Bern (A). Druck: MGH DKo.III. 176. Regg.: Regesten Rüeggisberg Nr. 3; Hidber Nr. 1858; Stumpf 3538.

Kommentar

Der wegen verschiedener Unsicherheiten des sonst nicht nachweisbaren Schreibers von Thommen, Kaiserurkunden 175f., geäußerte Fälschungsverdacht wurde von Scheffer-Boichorst, Geschichte 182–188, widerlegt. Vgl. dazu wie auch zur Geschichte des Cluniazenser-Priorates Rüeggisberg noch Utz-Tremp, Rüeggisberg 645; Wäger, Rüeggisberg 1ff. Der im D angeführte Ort Ruicinum hat nicht existiert und geht auf eine Verschreibung bei der Übernahme von DH.IV. †281 ins DH.V. 147 zurück, vgl. die Vorbemerkung Hausmanns und den Kommentar bei B-Opll-Mayr 115. Die außerdem im D erwähnte angebliche Anwesenheit Abt Peters von Cluny bei der Beurkundung, dessen Name nachgetragen wurde (Igitur ego Cunradus dei gratia Romanorum rex sancto spiritu instructus propter spiritualis patris Petri abbatis Cluniacensis presentiam concedimus …), und die auch in die NU. übernommen wurde, trifft nicht zu und beruht auf einer Stelle der Vorlage DH.IV. †281 (Igitur ego Henricus … sancto spiritu instinctus propter spiritualis patris Hvgonis abbatis presentiam …). – NU.: DF.I. 18 (= B-Opll-Mayr 115 [fehlerhaftes Regest]).

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 447, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1147-03-13_2_0_4_1_2_449_447
(Abgerufen am 20.01.2017).