Regestendatenbank - 182.315 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

Sie sehen den Datensatz 442 von insgesamt 793.

Konrad bestätigt dem Kanonikern von Klosterneuburg (canonicis apud Niuuenburch) den Besitz seiner sowohl ehemals dem Reich gehörenden als auch von seinem Bruder, dem Herzog (von Bayern) und Markgrafen (von Österreich) Heinrich, und dessen Vorgängern als Markgrafen von Österreich (predecessoribus Austrię marchionibus) geschenkten Güter (bona). Des weiteren gewährt er dem Stift das Marchfutter und das von den Hintersassen zu leistende Burgwerk von allen Einkünfte bringenden Gütern (ut iusticiam illam marchię quę vulgo marchmutte dicitur et opera, quę hactenus a colonis exigebantur, deinceps ad usum eiusdem ęcclesię conferantur in omnibus reditibus) und nimmt das Stift mit allem Zubehör in seinen Schutz. Z.: Bischof Otto von Freising, Bischof Hartmann von Brixen, Heinrich, Herzog (von Bayern) und Markgraf (von Österreich) und sein Bruder Konrad, Graf Luitold (von Plain). – Arnoldus canc. vice Heinrici Mogontini archiepisc. et archicanc.; Empfängerausfertigung, geschrieben von derselben Hand wie DKo. III. 81 (für Reichersberg) und wahrscheinlich wie DKo.III. 172 verfaßt von Wolfger von Prüfening. SI. Religiosis petitionibus assensum.

Originaldatierung:
(V kal. mart., Ratisponę in curia celebri)

Überlieferung/Literatur

Verunechtetes (?) Orig.: Stiftsarchiv Klosterneuburg (A). Drucke: MGH DKo.III. 173; Dienst, Namenstag 12f. Regg.: Böhmer 2272; UB Babenberger 4/1 Nr. 756; Stumpf 3534.

Kommentar

Die von Hausmann in der Vorbemerkung ausgesprochene Vermutung, beim Schreiber handle es sich um Propst Marquard von Klosterneuburg, den Bruder Gerhochs von Reichersberg, ist nach Dienst, Namenstag 5, nicht zu beweisen. Über die von Hausmann erwogene Verunechtung des D bei den teilweise auf Rasur stehenden Bestimmungen über das Marchfutter hinaus weist Dienst, Namenstag 11f. auch auf weitere merkwürdige inhaltliche Momente hin: „der Stifter von Klosterneuburg ist nicht genannt, sondern wird unter die predecessores Austrię marchiones subsumiert. Der Klosterneuburger Propst Marquard wird weder als Intervenient noch als Empfänger genannt. Erklärungsbedürftig ist die Verfügungsgewalt des Königs über Marchfutter und Burgwerk – unbestrittene Rechte des Markgrafen -, auch die Einhebung dieser Abgaben zum Gebrauch des eigenen Klosters. Ferner ist die Art der Nennung des Babenbergers Konrad, Dompropst von Utrecht und Hildesheim, unter den weltlichen Zeugen und ohne Angabe seiner geistlichen Ämter, ungewöhnlich“. Eine abschließende Beurteilung des D, das die erstmalige Verwendung des lateinischen Namens Austria für die Mark der Babenberger enthält, ist nach Dienst nur nach einer umfassenden paläographisch-diplomatischen und inhaltlichen Analyse möglich.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 439, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1147-02-25_1_0_4_1_2_441_439
(Abgerufen am 18.12.2017).