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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Abt Wibald von Stablo schreibt Konrad, er habe dessen Brief mit der Mitteilung seiner Wahl zum Abt von Corvey und dem Befehl, die Wahl anzunehmen, erhalten. Da aber keiner der maßgeblichen Corveyer Mönche zu ihm gekommen sei, habe er auf Rat des Stabloer Konvents die Angelegenheit aufgeschoben, bis seitens der Corveyer die Rechtmäßigkeit ihrer Vorgehensweise vor König und Fürsten dargelegt worden sei (Verum quoniam de monachis, ad quos id opus sicut inchoare ita et consummare maiori ex parte pertinet, nullus ad nos venerat, rem totam religiosiorum consilio differendam esse credidimus, donec Corbeiensis ecclesia coram maiestatis vestrę presentia et principum conveniat et, quid quove ordine id quod asseritur, fecerit, sicut canonicum et competens est, exponat). Deshalb wolle er nicht zu dem gegenwärtigen, sondern erst zu einem auch von den Corveyern besuchten Hoftag kommen, wofür er dem König einen Ort nahe Würzburg und als Termin den 6. Dezember vorschlägt (circa Werzenburg in festo beati Nycholay).

Überlieferung/Literatur

Brief Wibalds von Stablo an Konrad, inseriert in Hist. monasterii Corbeiensis 68–70 (= Epp. Wibaldi Nr. 21 = MGH Extrav. Nr. 18 und ebd. 50 = MGH Nr. 34).

Kommentar

Zur Datierung des Schreibens siehe Stephan-Kühn, Wibald 72. Das Hinauszögern der vom König geforderten Annahme der Corveyer Abtswürde durch Wibald und seine Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Wahl haben eine unterschiedliche Deutung erfahren: Während Stephan-Kühn, Wibald 62–71, vermutet, Wibald sei ohndedies zur Annahme des Amtes entschlossen gewesen und habe durch seinen Widerstand nur seine Verhandlungsposition verbessern wollen, sehen Jakobi, Wibald von Stablo 79ff., sowie Schmale-Ott, Einleitung zur Hist. monasterii Corbeiensis 23f., Wibalds Reaktion als ehrliches Bemühen, der befürchteten Überforderung durch ein weiteres Amt und den zu erwartenden Problemen in Corvey, dessen schwierige Lage ihm nicht unbekannt war, zu entgehen.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 407, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1146-11-15_1_0_4_1_2_409_407
(Abgerufen am 26.07.2017).