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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad begibt sich nach Bayern, wo er mit Herzog Vladislav II. von Böhmen zusammenkommt. Der in dessen Begleitung befindliche ungarische Thronprätendent Boris erreicht auf Intervention Vladislavs und dessen Gemahlin Gertrud, der Schwester Konrads, und mit finanziellen Versprechungen von Konrad die Zusage, seine Ansprüche auf den Thron Ungarns zu unterstützen. Demgegenüber verbündet sich König Geza (II.) von Ungarn mit Welf VI., den er mit einer beträchtlichen Geldsumme, welche er ihm auch für die folgenden Jahre verspricht, zur Rebellion gegen Konrad aufstachelt.

Überlieferung/Literatur

Otto von Freising, Chronik VII c. 34, MGH SSrerGerm 45 367 (Rex … Baioariam ingreditur. Ibi eum Boemorum dux Labezlaus supra nominatum Boricium secum ducens adiit. Is flebili ac miserabili voce querimoniam suam de privatione paterni regni depromens, quatinus auctoritate imperiali, ad quam tocius orbis spectat patrocinium, ei subveniatur, deposcit eiusque super hoc promissum interventu predicti Boemorum ducis eiusque consortis Gerdrudis, sororis regis, honesto intercedente placito impetravit); Ann. Admuntenses Cont., MGH SS 9 581; Hist. Welforum c. 26 52 (… rex Ungariae, eundem Chounradum metuens, Gwelfonem ad se accersivit, dataque pecunia non modica, ac deinceps omni anno dandam pollicens ad rebellandum nichilominus instigat).

Kommentar

Die Unterstützung Boris´ durch Vladislav II. war vermutlich auf die Parteinahme Gezas II. für die inneren Widersacher des Böhmenherzogs, Vladislav, den Sohn Soběslavs I., und Konrad von Znaim, zurückzuführen, vgl. Makk, Arpáds and Comneni 36f.; ferner Kosztolnyk, Coloman the Learned 116f. – Konkrete Schritte zur Durchsetzung von Boris´ Ansprüchen setzte Konrad nicht, der Handstreich einer von Boris angeworbenen, unter dem Kommando zweier bayerischer Grafen stehenden Söldnerschar gegen Preßburg Anfang April 1146 war aber vielleicht nicht ohne Wissen Konrads bzw. Herzog Heinrichs von Bayern erfolgt, vgl. zur Frage ihrer Beteiligung Hechberger, Staufer und Welfen 234 Anm. 79. Geza verdächtigte jedenfalls den Bayernherzog, seine Hände im Spiel gehabt zu haben, und unternahm im September einen Vorstoß nach Österreich, bei dem er zwischen Fischa und Leitha einen glänzenden Sieg gegen Herzog Heinrich errang, vgl. Bernhardi, Konrad III. 495–502; Kosztolnyk, Coloman the Learned 119ff.; Makk, Arpáds and Comneni 39. – Wann Geza sich mit Welf VI. verbündete, ist unklar, nach Feldmann, Welf VI. Anmerkungen zu II Nr. 61 geschah es 1146 oder vielleicht auch schon 1145. Eher zu spät dürfte Hechberger, Staufer und Welfen 235 Anm. 80, diesen Vorgang ansetzen, wenn er ihn als Folge der Schlacht im September 1146 ansieht.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 370, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1146-01-06_2_0_4_1_2_372_370
(Abgerufen am 27.03.2017).