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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad gewährt den Bürgern seiner Stadt Dortmund den ausschließlichen Gerichtsstand vor dem städtischen Richter, nämlich dem amtierenden comes oder dem ihn vertretenden iudex, befreit sie von Zöllen und anderen Abgaben zu Lande und zu Wasser und bestimmt, daß sie als Fernhändler in seinem Reich nicht in ungerechter Weise (iniusta occasione) zum Zweikampf (duellum) gefordert werden dürfen.

Überlieferung/Literatur

Deperditum. Erwähnt in der Urkunde Friedrichs II. für Dortmund von 1236 Mai, Kaiserurkunden Westfalen 2/1 Nr. 276; Regg.: Huillard-Bréholles 4 Nr. 845; B-Ficker 2162, mit dem Friedrich sein eigenes, zwischenzeitlich verbranntes Privileg für Dortmund von 1220 erneuerte. Druck: MGH DKo.III. *134.

Kommentar

Kaiser Friedrich II. bestätigte im genannten D Verleihungen sowohl Konrads als auch Kaiser Friedrichs I., so daß zunächst nicht entschieden werden kann, welche der genannten Rechte durch Konrad gewährt wurden. Nach Schilp, Consules 65ff., ist aber angesichts der Parallelen zu den gleichzeitigen Privilegien für Kaiserswerth und Duisburg (Reg. 349f.) mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, daß bereits Konrad die gesamten, in Friedrichs D enthaltenen rechtserheblichen Verfügungen Dortmund erteilt hat. Sein Ziel war, durch die Förderung der königlichen loci dauerhafte Stützen der Königsherrschaft in der königsfernen Landschaft zwischen Rhein und Ruhr zu gewinnen (ebd. 67). – Zur chronologischen Einordnung des Deperditums und zum Rechtsinhalt siehe neben Schilp, Consules 65ff., auch Opll, Stadt und Reich 64f., und Schmale, Dortmund 63f. NU: B-Ficker 2162; MGH DF.I. *1218.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. *348, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1145-09-00_1_0_4_1_2_349_D348
(Abgerufen am 19.10.2017).