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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Sophia, Tochter Belas II. von Ungarn und Braut von Konrads Sohn Heinrich, tritt unter Mißachtung der Aufforderungen König Gezas II. zur Heimkehr auf Rat der Gräfin Liutgard (von Bogen) als Nonne in das Kloster Admont ein, da für sie keine Aussichten auf die vorgesehene Heirat mehr bestehen, sie sich nicht ihrem Rang entsprechend behandelt fühlt und zudem durch den Regensburger Burggrafen ihrer Aussteuer beraubt sieht.

Überlieferung/Literatur

Gesta archiepisc. Salisburgensium. Vita Gebehardi, MGH SS 11 44; Herbordi dialogus de Ottone episcopo Bambergensi I 38 735; Briefe Sophias an Geza II. von Ungarn, ihre Mutter Königin Helena, Erzbischof Konrad I. von Salzburg und Bischof Roman von Gurk, Jaksch, Lebensgeschichte 372–379.

Kommentar

Die Verschlechterung der Beziehungen Konrads zu Ungarn, die letztlich für das Nichtzustandekommen von Sophias Ehe mit Heinrich (VI.) verantwortlich gewesen sein dürfte, setzte vermutlich schon vor Konrads Kontakten mit dem Thronprätendenten Boris (Reg. 370) in den ersten Monaten des Jahres 1146 ein. Als Gründe sind mit Makk, Arpáds and Comneni 37, die ungarische Unterstützung für die Gegner von Konrads Schwager, Vladislav II. von Böhmen, und die Subsidien für Welf VI. zu nennen. Daher ist nicht nur die Auffassung von Bernhardi, Konrad III. 502, daß Sophia sich nach der Niederlage Heinrichs II. von Österreich an der Leitha im September 1146 nach Admont zurückzog, sondern auch die von Jaksch vorgeschlagene Datierung dieses Ereignisses auf Frühjahr 1146 fraglich und ein früherer Zeitpunkt denkbar. Siehe auch die Ausführungen von Weller, Heiratspolitik 48–52.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 362, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1145-00-00_4_0_4_1_2_364_362
(Abgerufen am 19.01.2017).