Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

Sie sehen den Datensatz 318 von insgesamt 793.

Konrad hält einen Hoftag ab und begeht gemeinsam mit der Königin Gertrud das Weihnachtsfest. Die Magdeburger Kleriker weigern sich wegen der Anwesenheit des exkommunizierten (Pfalz-)Grafen (bei Rhein), Hermann von Stahleck, in Konrads Gefolge, am Empfang des Königs teilzunehmen. – Durch Urteil der Fürsten wird mit Konrads Zustimmung die vom verstorbenen Grafen Rudolf (von Stade) besessene Grafschaft dessen Bruder Hartwig, Dompropst (in Bremen), zugesprochen und dessen Schwager Pfalzgraf Friedrich (II. von Sommerschenburg) als seinem Vertreter in der Ausübung der Gerichtsbarkeit von Konrad der Gerichtsbann verliehen. – Über Vermittlung Konrads erhält der polnische Fürst Peter (Wlast) vom Erzbischof Friedrich von Magdeburg mit Zustimmung der Domherren Reliquien des hl. Vinzenz als Geschenk.

Überlieferung/Literatur

Ann. Magdeburgenses, MGH SS 16 187; Ann. Palidenses, MGH SS 16 81; Ann. Stadenses, MGH SS 16 324; Chron. Montis Sereni, MGH SS 23 146.

Kommentar

Der Grund für die durch Erzbischof Heinrich von Mainz ausgesprochene Exkommunikation von Konrads Schwager Hermann von Stahleck ist nicht überliefert, vgl. Gerstner, Geschichte 80. Goez, Hermann von Stahleck 12, vermutet einen aus der pfalzgräflichen Interessenspolitik resultierenden Konflikt. – Zu Vorgeschichte und weiterem Verlauf der Auseinandersetzungen um das Erbe Graf Rudolfs von Stade vgl. Jordan, Heinrich der Löwe 31ff.; Glaeske, Hamburg-Bremen 143ff.; Hohmann, Bremen 64ff.; Hucker, Friedrich II. von Sommerschenburg 118; Schulze, Erzbischof Adalbero 80ff.; Althoff, Stader Erbe 155ff.; Hägermann, Heinrich der Löwe 50ff. sowie Hofmeister, Kampf 105ff; siehe außerdem Reg. 357. – Zu Peter Wlast und seiner Stellung in Polen siehe Richtsteig, Peter Wlast passim. – Die Translation der Vinzenz-Reliquien nach Breslau erfolgte im Mai/Juni 1145, vgl. Claude, Magdeburg 2 64.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 316, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1144-12-25_1_0_4_1_2_317_316
(Abgerufen am 28.05.2017).