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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad zieht (südwärts) aus Sachsen, nachdem er erfahren hat, daß Welf (VI.), der das kürzlich dem Babenberger Heinrich (II.) übertragene Herzogtum Bayern nach Erbrecht beansprucht und dem sich sein, Konrads, Neffe Friedrich (Barbarossa) angeschlossen hat, seinen Besitz in Schwaben überfallen habe.

Überlieferung/Literatur

Chron. regia Coloniensis Rec. I und II, MGH SSrerGerm 18 79 (Rec II: Rex in quadragesima … usque Goslariam et Hildensheim processit, cum subito Welpho dux Baioariae, consociato sibi consobrino suo Friderico, qui postea regnavit, filio scilicet Friderici ducis, Sueviam ingressus, queque regis erant concremando, diripiendo acriter depopulatus est. Que res regem remeare coegit); Otto von Freising, Chronik VII c. 26, MGH SSrerGerm 45 352 (Guelfo enim princeps prefatum ducatum [Noricum] se iure hereditatis contigisse calumpnians a armata manu in presentia ducis Baioariam ingreditur parteque provinciae vestata regreditur); Hist. Welforum c. 25 52; Burchard von Ursberg, Chronik, MGH SSrerGerm 16 19.

Kommentar

Der zuletzt nicht mehr angezweifelte Wahrheitsgehalt der Nachricht von der Beteiligung des jungen Friedrich Barbarossa an der Fehde Welfs VI. gegen Konrad wurde von manchen Forschern nur mit Vorbehalten akzeptiert, siehe den Forschungsüberblick bei Hechberger, Staufer und Welfen 32ff. Als Erklärung für Friedrichs Verhalten wurden die Mißbilligung der Bevorzugung der Babenberger durch Konrad (so z.B. Giesebrecht, Kaiserzeit 4 207), die Verletzung seines Rechtsgefühls durch des Königs Vorgehen gegen die Welfen (Bernhardi, Konrad III. 324 Anm. 1) oder ein auch durch seine spätere Vermittlungstätigkeit (siehe Reg. 698) deutlich werdendes gutes persönliches Verhältnis zu Welf, der wie Konrad sein Onkel war (so z.B. Simonsfeld, Friedrich I. 16 bzw. 26, und Opll, Friedrich Barbarossa 30ff.) angeführt. Hechberger, Staufer und Welfen 216f, interpretierte Friedrichs Handlungsweise als Hilfeleistung eines Fürsten für einen anderen Fürsten in einer Fehde gegen den König und vermutete zuletzt (Königliche Politik und „Staufische Familieninteressen“ 337f.), Friedrich sei als Vermittler für Welfs Anspruch auf die bayerische Herzogswürde aufgetreten und habe sich durch dessen Nichtberücksichtigung in seiner Ehre verletzt gefühlt. Zum Verlauf von Konrads Konflikt mit Welf VI. siehe Regg. 197ff., 579, 651, 660 u. 698 sowie Niederkorn, Welf VI. passim.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 271, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1143-02-00_5_0_4_1_2_272_271
(Abgerufen am 27.03.2017).