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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad empfängt eine Gesandtschaft des byzantinischen Kaisers Johannes (II.) Komnenos, welche die Erneuerung des gegen Roger (II.) von Sizilien bestehenden Bündnisses und zu dessen Bekräftigung die Vermählung von Johannes´ Sohn Manuel mit einer Prinzessin königlichen Geblüts fordert, wofür Konrad aber Bertha von Sulzbach, die Schwester seiner Gemahlin Gertrud, auswählt.

Überlieferung/Literatur

Otto von Freising, Gesta Friderici I 23, MGH SSrerGerm 46 37 (Circa idem tempus Iohannis regiae urbis imperatoris apocrisiarii, viri clarissimi, Romanorum principem adeunt, tam confederationis vinculum ob Rogerii Siculi insolentiam inter duo imperia, Hesperiae videlicet et Orientis, renovare cupientes quam in huius rei argumentum aliquam regalis sanguinis puellam filio suo Manuel in uxorem dandam postulantes. Princeps comparis suae sororem potius illo destinavit …).

Kommentar

Der Text Ottos von Freising läßt keine genauen Rückschlüsse darüber zu, wann die Gesandtschaft vor Konrad erschien, da die ihm zufolge etwa zur selben Zeit stattgefundenen Ereignisse – der Konflikt mit Heinrich dem Stolzen, sein Tod und Konrads Sieg über andere Feinde, worunter vielleicht der bei Weinsberg (siehe Reg. 198) zu verstehen ist – sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Ebenso unsicher ist, ob diese Gesandtschaft mit derjenigen identisch ist, die Konrad in seinem am 12. Februar 1142 ausgestellten Brief an Johannes II. Komnenos (Reg. 228) erwähnt, vgl. den Kommentar zu Reg. 168. Terminus ante quem ist vermutlich die in Konrads Brief an den Kaiser Reg. 228 erwähnte und, wie Vollrath, Konrad III. 339, berechtigtermaßen hervorhebt, auch der Abstimmung der byzantinischen Politik mit der Kurie dienende Romreise Bischof Embrichos von Würzburg im Juli 1141 (siehe Reg. 215). Da die von Ohnsorge, Kaiser Konrad III. 379f. Anm. 50, aus Konrads Brief Reg. 228 herausgelesenen innenpolitischen Zwistigkeiten, welche die Gesandten miterlebten, mit dem Scheitern der Friedensverhandlungen mit den Sachsen im Mai 1141 (siehe Reg. 207) und dem Fortdauern der Fehde gegen Welf VI. im Frühjahr 1141 gegeben waren, kann dieser Zeitraum auch eine gewisse Plausibilität für die Anwesenheit der Gesandtschaft beanspruchen. Auch zu dem von Lilie, Byzanz 132, bzw. Lilie, Handel und Politik 384ff., vermuteten eigentlichen Motiv für das Streben des Kaisers nach einem Bündnis mit Konrad, nämlich der Absicherung seines für 1142 geplanten Vormarsches nach Syrien gegen eine normannische Intervention, würde dieser Termin gut passen, da das Lilie, Zweikaiserproblem 234, zufolge mit dem selben Ziel verfaßte Schreiben des Kaisers an Papst Innocenz II. (Dölger – Wirth Nr. 1320b) von April 1141 stammt. – Zur These, die Gesandtschaft habe schon im Herbst 1139 oder in den ersten Monaten des Jahres 1140, jedenfalls aber vor der Mission des Notars Albert nach Byzanz Konrads Hof aufgesucht, siehe den Kommentar zu Reg. 168 und Niederkorn, Bündnisverhandlungen 192f. – Manuel war der vierte Sohn des Kaisers und schien zur Zeit der Gesandtschaft keinerlei Aussichten auf die Nachfolge zu haben. Kinnamos, Epitome 2 19, zufolge plante der Kaiser, ihm Antiochia, Kilikien, Zypern und Attalia als eigenes Herrschaftsgebiet zu überlassen. Zu der von Kresten, Rekonstruktion 132 Anm. 34, aufgeworfenen Frage, welche regalis sanguinis puella Konrad hätte anbieten können, sind vor allem die babenbergischen Halbschwestern Konrads zu bedenken, die beim Eintreffen der Gesandtschaft allerdings möglicherweise schon alle vergeben waren, vgl. Niederkorn, Bündnisverhandlungen 195. Zur Ehe Manuels und zum Bündnis zwischen Konrad und Johannes vgl. auch Reg. 253.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 206, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1141-00-00_1_0_4_1_2_207_206
(Abgerufen am 29.05.2017).