Regestendatenbank - 182.315 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

Sie sehen den Datensatz 130 von insgesamt 793.

Konrad begibt sich nach Bayern und überträgt die bayerische Herzogswürde seinem Halbbruder mütterlicherseits, Leopold (IV.), dem sich in der Folge fast alle Herren Bayerns anschließen und der nach Inbesitznahme Regensburgs mit einer Streitmacht das ganze Land bis zum Lech durchzieht, wo er gegenüber von Augsburg drei Tage lang Regierungsgeschäfte erledigt und Gericht hält.

Überlieferung/Literatur

Ann. Mellicenses cont. Mellicensis, MGH SS 9 503; Ann. Neresheimenses, MGH SS 10 21; Breve chron. Austriacum Mellicense, MGH SS 24 71; Chron. Elwacense, MGH SS 10 36; Continuatio Cremifanensis, MGH SS 9 544; Hist. Welforum c. 24 48 (At rex ducatum … Noricum vero post in Bawariam veniens Leopaldo, filio Leopaldi marchionis, fratri suo ex parte matris, tradidit); Otto von Freising, Chronik VII c. 23 und 25, MGH SSrerGerm 45 347 und 349 (Conradus rex Baioariam ingressus, ducatum Leopaldi iuniori, Leopaldi marchionis filio, fratri suo ex parte matris, tradidit); Kaiserchronik v. 17217ff., MGH Dt. Chron. 1, 391. – Reg.: UB Babenberger 4/1 Nr. 707.

Kommentar

Wann die Belehnung Leopolds erfolgte, ist nicht überliefert, mit Bernhardi, Konrad III. 81 Anm. 12 ist aber davon auszugehen, daß Konrad von Sachsen direkt nach Bayern zog und sie im März oder April vornahm. Die erste datierte Nennung Leopolds als Herzog findet sich in den Regesten Passau 1 Nr. 598. Unumstritten scheint Leopolds Herrschaft in Bayern nicht gewesen zu sein, da ihm nach Otto von Freising, Chronik VII c. 25, MGH SSrerGerm 45 349, die Brüder Gebhard und Konrad von Valley aus dem Haus Scheyern Widerstand leisteten. Der von der Historia Welforum überlieferte Verlust einiger Männer am Lech ist vielleicht auf einen gescheiterten Anschlag auf die dortigen welfischen Güter zurückzuführen. Als Haupt der Gegner des Babenbergers wird man jedenfalls Welf VI. vermuten dürfen, auch wenn militärische Aktivitäten desselben erst für August 1140 überliefert sind (siehe Reg. 185).

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 128, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1139-02-00_3_0_4_1_2_129_128
(Abgerufen am 22.10.2017).