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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Kämpfe in Sachsen. Gegen den von Konrad eingesetzten Herzog Albrecht verbünden sich, durch die Kaiserinwitwe Richenza aufgestachelt, eine Reihe sächsischer Großer, darunter Konrad von Wettin, Markgraf von Meißen und der Lausitz, der sächsische Pfalzgraf Friedrich von Sommerschenburg und die Grafen Siegfried von Boyneburg und Rudolf von Stade. Albrecht kommt seinen Gegnern zuvor und besiegt eine Schar derselben bei Mimirberh, wobei etliche gefangengenommen werden. Danach überrumpelt er Lüneburg und bemächtigt sich der Städte Bardowick und Bremen. In Nordalbingien ersetzt Albrecht den Grafen Adolf II. von Schaumburg-Holstein, der ihn nicht als Herzog anerkennt, durch Heinrich von Badwide, und ersetzt die von Kaiser Lothar III. in Segeberg (westlich Lübeck) stationierte Besatzung durch eigene Leute. Hingegen wird Bernburg, die Residenz seiner Mutter Eilika, von seinen Gegnern verbrannt.

Überlieferung/Literatur

Ann. Magdeburgenses, MGH SS 16 186; Ann. Palidenses, MGH SS 16 80; Annalista Saxo, MGH SS 37 612f.; Chron. regia Coloniensis Rec. I und II, MGH SSrerGerm 18 75f.; Helmold von Bosau, Cron. Slavorum I c. 54, MGH SSrerGerm 32 106.

Kommentar

Zum Verlauf der Auseinandersetzungen in Sachsen siehe v.a. Bernhardi, Konrad III. 59–64, und Partenheimer, Albrecht der Bär 87–90 und 104ff. Verbündete Albrechts waren die Grafen Hermann von Winzenburg und Bernhard von Plötzkau, vgl. Regg. 116 und 126. Ob die am Goslarer Hoftag (siehe Reg. 116) anwesenden Bischöfe von Hamburg, Verden, Paderborn, Hildesheim, Halberstadt, Münster, Osnabrück und Minden der Partei Albrechts zuzuzählen sind (so Regesten Brandenburg Nr. 64), ist unsicher. Im Sommer 1139 weilte jedenfalls nur Bischof Udo von Naumburg-Zeitz, Bruder Landgraf Ludwigs von Thüringen, im königlichen Heer (siehe Regg. 152f.). Erzbischof Konrad von Magdeburg, der allerdings erst 1139 aktiv an den militärischen Auseinandersetzungen beteiligt war, gehörte bis zu seinem Tod am 2. Mai 1142 zu den erbittertsten Gegnern Konrads in Sachsen, vgl. Claude, Magdeburg 2 45f., und Ziegler, Konrad B Kap. VIII. 1. Die Haltung der sächsischen Gegner Albrechts war vermutlich kaum durch die Ablehnung des staufischen Königtums und die persönliche Verbundenheit mit Heinrich dem Stolzen bestimmt, auch wenn die Verstimmung darüber, daß Albrecht zum Herzog eingesetzt worden war ohne sie anzuhören, und ihre Anhänglichkeit an die Witwe Lothars III. einen gewissen Einfluß ausgeübt haben könnten. Da, wie Partenheimer, Albrecht der Bär 88 feststellt, es sich bei den bekannten Gegnern Albrechts ausnahmslos um ostsächsische Fürsten handelt, „deren territorialpolitische Interessen an vielen Punkten mit denen des Askaniers kollidierten“, stand bei diesen sicher die Befürchtung im Vordergrund, daß Albrecht seine herzoglichen Befugnisse für eine Territorialpolitik auf ihre Kosten ausnutzen würde; siehe Partenheimer, Albrecht der Bär 88f., zu den verwandtschaftlichen Beziehungen der involvierten Großen untereinander sowie Pätzold, Wettiner 36; zu Richenza als der führenden Kraft des Widerstands in Sachsen siehe Elpers, Regieren 256ff. – Zu den Ereignissen in Nordalbingien siehe Lammers, Geschichte Schleswig-Holsteins IV/1 286ff.; Hammel, Lübeck 40ff., und Lange, Schauenburger 26.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 113, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1138-08-00_1_0_4_1_2_113_113
(Abgerufen am 23.03.2017).