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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad setzt durch Übergabe einer Fahne Vladislav, den (erstgeborenen) Sohn des am Hoftag in Bamberg anwesenden Herzogs Soběslav (I.) von Böhmen auf dessen Bitte hin als dessen Nachfolger im Herzogtum (Böhmen) ein. Die anwesenden böhmischen Großen beschwören vor Konrad, die Einsetzung anzuerkennen, woraufhin Soběslav erfreut nach Böhmen zurückkehrt (Habito igitur concilio multisque negotiis pertractatis … regem adhuc in eodem loco [Bamberg] morantem, noster dux Sobieslaus infra iam dictum festum [Pfingsten] adiit eum, receptusque a rege magno cum honore per aliquot dies ibidem stetit. Gratia quoque regis sibi favente id obtinuit, ut filius suus Wladizlaus in regimen ducatus ei succederet. Cui licet puero vexillum praesente patre a rege traditum est, ad quod confirmandum omnes Bohemi proceres super reliquias sanctorum coram rege sacramenta fecerunt. Hiis ita peractis dux Sobieslaus gaudio pro velle repletus, cum suis repatriavit).

Überlieferung/Literatur

Canonici Wissegradensis cont. Cosmae, MGH SS 9 144; Canonici Wissegradensis cont. Cosmae, FRB 2 228f.

Kommentar

Die Anwesenheit Soběslavs I. in Bamberg bekräftigt auch das Auftreten seines jüngeren Sohnes Ulrich als Zeuge in DKo.III. 10 = Reg. 101. Mit der Belehnung – der Akt wird in der Literatur (siehe unten) mehrheitlich als solche aufgefaßt – durch Konrad und einem Treuegelöbnis für Vladislav, das Soběslav nach seiner Rückkehr am 29. Juni auf einem Hoftag in Sadská mit Bitten und Befehlen von seinen primi et secundi ordinis milites erreichte (siehe Canonici Wissegradensis cont. Cosmae, MGH SS 9 144; Canonici Wissegradensis cont. Cosmae, FRB 2 229), versuchte der Herzog, deren Recht bei der Herzogswahl zu einer Formalität herabzumindern und die Primogenitur durchzusetzen. Da 1140 auf ihn sein Neffe Vladislav II. folgte (siehe Reg. 178), mißlang dies zunächst, vgl. zu den Vorgängen von 1138 Novotný, České dějiny 1/2 651ff.; Kejř, Böhmen und das Reich 245; Žemlička, Čechy v době knížecí 229; Bláhová, Velké dějiny 552f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 104, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1138-05-23_3_0_4_1_2_104_104
(Abgerufen am 27.05.2017).