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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad wird vom päpstlichen Legaten und Kardinalbischof Dietwin (von S. Rufina) unter Assistenz des Erzbischofs Albero von Trier, des Elekten Arnold von Köln, der die Weihe noch nicht vornehmen kann, und anderer Bischöfe am Sonntag „Laetare“ in der Aachener Pfalz zum (römisch-deutschen) König gekrönt.

Überlieferung/Literatur

Ann. Aquenses, MGH SS 24 37 (zum 12. März); Ann. Brunwilarenses, MGH SS 16 726; Ann. Rodenses, MGH SS 16 713; Ann. S. Disibodi, MGH SS 17 25; Ann. S. Iacobi Leodiensis, MGH SS 16 640; Ann. S. Mariae Ultraiectenses, MGH SS 15/2 1302; Ann. S. Petri et Aquenses, MGH SS 16 18; Ann. Veterocellenses, MGH SS 16 42 (zum 12. März); Annalista Saxo, MGH SS 37 612; Balderich, Gesta Alberonis c. 15, MGH SS 8 252 (Albero archiepiscopus Conradum … Aquasgrani cum magna deducens multitudine, regali unctione confirmavit in regem); Gesta Alberonis metrica v. 84–89, MGH SS 8 238 (Mox hunc ad Aquis castrum properantem, ut, ceu mos veterum constat, benediceret illum, prosequitur; sed non quoquam procedere quivit hac re velle suum, quia presul Coloniensis hoc interrupit, proprii dicens fore iuris ungeret ut regem); Cont. Claustroneoburgensis prima, MGH SS 9 613; Gottfried von Viterbo, Pantheon part. 23 c. 48, MGH SS 22 260; Notae S. Georgii Mediolanenses, MGH SS 18 386; Memoriae Mediolanenses, MGH SS 18 399; Otto von Freising, Chronik VII c. 22, MGH SSrerGerm 45 343f. (Qui mox ad palatium Aquis veniens, a predicto cardinali – nam Coloniensis, qui id iure facere debuerat, noviter intronizatus pallio carebat – cooperantibus Coloniense, Trevierense archiepiscopis cum ceteris episcopis in regem ungitur); Otto von Freising, Gesta Friderici I 23, MGH SSrerGerm 46 36.

Kommentar

Zum Krönungsversuch Alberos von Trier – den Balderich (anders als in den Gesta metrica, also wider besseres Wissen) fälschlich zum Coronator macht – vgl. Boshof, Aachen 23. Zu Dietwin vgl. Bachmann, Legaten 54f. – Der 4. Fastensonntag „Laetare Jerusalem“, an dem nach Konrad auch Heinrich (VI.) und Friedrich Barbarossa gekrönt wurde, besaß nach Engels, Beiträge II 440f., für die Staufer besondere Bedeutung, da sich im Jahr 1135 an diesem Tag Friedrich von Schwaben Lothar III. unterworfen hatte. – Da Lothar III. vor seinem Tod die Herrschaftsinsignien seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen übergeben hatte (siehe Reg. 79), stellt sich die Frage, welche Krone für Konrads Krönung verwendet wurde. Wie Petersohn, Insignien 94f., gezeigt hat, ist zwar von der Existenz „einer Krone, die dem Reiche gehörte und mit dessen Insignienschatz dem Nachfolger vorbehalten war“, auszugehen, die Verwendung dieser Krone bei der Königsweihe war aber „für deren rechtliche Gültigkeit nicht wesentlich“. – Die von Faussner, Wibald von Stablo 177–211, veröffentlichte These, daß die Wiener Reichskrone unter Heranziehung eines für das Johanniskloster in Berge bei Magdeburg geschaffenen, ursprünglich als Schau- oder Weihekrone bzw. für ein Kopfreliquiar bestimmten Plattenreifs im Auftrag Wibalds von Stablos und Abt Arnolds von Berge von dem berühmten Goldschmied Godefroy de Huy angefertigt wurde, ist allgemein auf Ablehnung gestoßen, siehe vor allem die kritische Auseinandersetzung bei Wolf, Wiener Reichskrone 148ff. – Gegen die von Schaller, Reichskrone 89, geäußerte Vermutung, daß Konrad, weil er während seines Gegenkönigtums in Monza gekrönt worden war, eine eigene Krone besessen haben dürfte, ist einzuwenden, daß 1128 vermutlich die in Monza aufbewahrte „Eiserne Krone“ verwendet wurde. Außerdem ist es fraglich, ob Konrad, sollte er tatsächlich eine eigene Krone besessen haben, diese nicht bei seiner Unterwerfung 1135 hätte ausliefern müssen. Aufgrund paläographischer Beobachtungen stellt Schaller in dem genannten Beitrag ferner die These zur Diskussion, daß die Wiener Reichskrone, deren Bügel die Inschrift CHVONRADVS DEI GRATIA ROMANORV(M) IMPERATOR AVG(USTUS) ziert, im Vorfeld von Konrads 1152 geplanten Romzug (siehe Reg. 754) für dessen Kaiserkrönung von einer maasländischen Goldschmiedewerkstatt, wahrscheinlich derjenigen Wibalds von Stablo, hergestellt worden sei. Auch Scholz, Die Wiener Reichskrone 353, meint, daß der auf dem Bügel genannte König Konrad nur Konrad III. sein kann, der Kronenkörper hingegen vom paläographischen Befund sowie der historischen Einordnung her in der Zeit zwischen Heinrich IV. und Konrad III. entstanden sein muß; er begründet seine Auffassung nicht zuletzt mit der Feststellung (ebd. 349–352), daß zwei der auf den Platten angebrachten Bibelzitate erstmalig in Urkunden des Saliers nachzuweisen sind und daß die auf der David-Platte angebrachte Psalmstelle Honor regis iudicium diligit, die zuvor nur im DH.IV. 437 aufscheint, in nicht weniger als neun Konradurkunden vorkommt.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 86, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1138-03-13_1_0_4_1_2_86_86
(Abgerufen am 24.03.2017).