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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Zur Erhebung eines neuen Königs wird für den Pfingsttag 1138 (22. Mai) eine Wahlversammlung nach Mainz einberufen.

Überlieferung/Literatur

Ann. Magdeburgenses, MGH SS 16 186; Annalista Saxo, MGH SS 37 612; Otto von Freising, Chronik VII c. 22, MGH SSrer- Germ 45 343.

Kommentar

Wann und von wem die Versammlung einberufen wurde, ist nicht überliefert, die Quellen sprechen nur allgemein von principes oder primates regni. Bernhardi, Konrad III. 8f., vermutet, daß es auf dem Würzburger Tag vom Dezember 1137 geschah, als die Rückkehr Kaiser Lothars III. erwartet wurde, und erklärt die ungewöhnlich lange Zeitspanne zwischem dem Eintreffen der Nachricht über Lothars Tod bis zum Wahltermin mit dem Wunsch, ein bis dahin neubestellter Erzbischof von Mainz sollte ordnungsgemäß die Leitung der Wahl übernehmen. Denkbar ist zudem auch, daß gemäß der von Otto von Freising, Gesta Friderici I 17, MGH SSrerGerm 46 30f., anläßlich der Wahl Lothars III. überlieferten Vorstellung, dem Mainzer Erzbischof sei auch die Ausschreibung der Wahl zugestanden, man auf dessen Amtsantritt gewartet hat, damit dieser die formellen Einladungsschreiben ausschicken konnte. Pauler, König Konrads III. Wahl 151, meint, der Mainzer Tag sei „nach dem Scheitern des nach Quedlinburg einberufenen Treffens [am 2. Februar, siehe Reg. 82] von den Fürsten im Umkreis der verwitweten Kaiserin angesagt worden“, was hinsichtlich der Datierung auch der Stellung der Nachricht im Text des Annalista Saxo entsprechen würde. Die von diesem gebrauchte Formulierung Principes communicato consilio decreverunt generalem conventum könnte dahingehend gedeutet werden, daß die Festsetzung des Wahltermins nicht auf einer größeren Versammlung beschlossen, sondern versucht wurde, den nötigen Konsens durch Boten, Briefe und auf kleineren, natürlich auch Vorbesprechungen zur Kandidatenauswahl dienenden, regionalen Zusammenkünften herzustellen. Als solche könnte vielleicht die Koblenzer Versammlung am 7. März ursprünglich gedacht (oder ausgegeben) gewesen sein. Dies würde auch die von Roeder, Heinrich der Stolze 12, aufgeworfene Frage beantworten, wie es Albero „gelungen ist, den vorgezogenen Termin der Königswahl bekanntzumachen, ohne daß die weltlichen und geistlichen Herrschaftsträger in Bayern und Sachsen davon erfuhren“. – Als verbindlich wurde der Pfingsttermin, wie Pauler, König Konrads III. Wahl 155, zu Recht feststellt, von den in Koblenz zusammengekommenen Fürsten jedenfalls nicht angesehen.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 81, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-12-04_3_0_4_1_2_81_81
(Abgerufen am 26.03.2017).