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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Der Konrad in enger Freundschaft (amicicia) verbundene Erzbischof Albero von Trier bemüht sich gegen den Widerspruch fast aller Fürsten um Konrads Erhebung zum König. Hingegen läßt sich Heinrich der Stolze, der sich durch seinen Stolz bei fast allen Teilnehmern des Italienzugs verhaßt gemacht hat und der dank der Autorität seines kaiserlichen Schwiegervaters und seiner eigenen überragenden Stellung auf alle herabsieht, nicht herbei, jemanden um das Königtum zu bitten.

Überlieferung/Literatur

Balderich, Gesta Alberonis c. 15, MGH SS 8 252 (Idem autem Conradus, tunc superpositus rex, in predicta expedicione Lothario regi reconciliatus est, et domino Alberoni archiepiscopo, quia penes eum regni videbat robur et mentem existere, se familiaritate magna et servitio adiunxit; et tanta tunc coniuncti sunt amicicia, quod post obitum Lotharii imperatoris omni studio domnus Albero elaborans, contradicentibus fere omnibus regni principibus, eum in regnum sublimari); Otto von Freising, Chronik VII c. 24, MGH SSrerGerm 45 348 (… dux Heinricus auctoritate soceri sui imperatoris propriisque viribus in tantum excrevisset, ut omnes despiciens nulli pro regno supplicare dignaretur); Otto von Freising, Gesta Friderici I 23, MGH SSrerGerm 46 36 (Noricorum dux Heinricus pro nota superbia pene omnium, qui in expeditione Italica cum Lothario imperatore fuerant, odium contraxerat).

Kommentar

Wann und bei welchen Fürsten Albero für Konrads Wahl warb, ist ungewiß. Zu Unrecht bezieht Pauler, König Konrads III. Wahl 143f., Balderichs Aussage unmittelbar auf den Koblenzer Wahlakt (siehe Reg. 83) und leitet (unter anderem) daraus eine größere Teilnehmerzahl ab. Zu denen, die Albero für Konrad zu gewinnen vermochte, werden neben den in Koblenz anwesenden Fürsten vermutlich Bischof Heinrich von Regensburg und Herzog Soběslav von Böhmen gehört haben, die in der Kaiserchronik v. 17195ff., MGH Dt. Chron. 1 391, als Gegner Heinrichs des Stolzen und Welfs VI. und Förderer von Konrads Wahl genannt werden. – Welche Schritte Konrad selbst unternahm, um sich das Königtum zu sichern, ist nicht überliefert. Daß er, wie Schlick, König, Fürsten und Reich 135, meint, die Erlangung der Königswürde nicht aus den Augen verlor, sondern zielstrebig darauf hinarbeitete, ist fraglich, da seine Wahl nur durch das gemeinsame Eintreten einiger 1136/37 keineswegs voraussehbarer Tatbestände möglich wurde, nämlich 1. den Tod Lothars auf der Rückreise aus Italien; 2. die Vakanz des Mainzer Erzstuhls und damit das Nichtvorhandensein des legitimen Wahlleiters, wodurch Albero von Trier eine zentrale Stellung im Wahlverfahren zukam; 3. das unkluge Verhalten Heinrichs des Stolzen in der Phase des Interregnums; und schließlich 4. die Verhinderung von Heinrichs Nominierung als Thronkandidat der Sachsen durch den Handstreich eines von ihm verprellten Fürsten. – Im Gegensatz zu Heinrich dem Stolzen dürfte die Kaiserin Richenza sehr wohl aktiv auf die Wahl ihres Schwiegersohns hingearbeitet haben, siehe Reg. 82.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 80, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-12-04_2_0_4_1_2_80_80
(Abgerufen am 10.12.2016).