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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad, Bruder Herzog Friedrichs II. von Schwaben, verzichtet auf die Königskrone und söhnt sich durch Vermittlung Bernhards von Clairvaux und Papst Innocenz´ II. mit Kaiser Lothar III. aus. Er wird zunächst von Erzbischof Konrad von Magdeburg vom Kirchenbann gelöst, unterwirft sich – auch mit einem Fußfall – dem Kaiser und wird von diesem auf Intervention der Kaiserin Richenza und unter der Bedingung seiner Absolution durch den Papst in Gnaden aufgenommen, erhält seinen Besitz zurück und wird beschenkt nach Hause entlassen.

Überlieferung/Literatur

Ann. Brunwilarenses, MGH SS 16 726; Ann. Hildesheimenses, MGH SS 3 116; Ann. Magdeburgenses, MGH SS 16 185; Ann. Neresheimenses, MGH SS 10 21 (fälschlich zu 1130); Ann. Palidenses, MGH SS 16 79; Ann. Patherbrunnenses 162 (Ann. Corbeienses maiores 67); Ann. Pegavienses, MGH SS 16 257; Annalium S. Aegidii Brunsvicensium excerpta, MGH SS 30 13; Annalista Saxo, MGH SS 37 599 (Inperator post festum sancti Michahelis Mulehusen venit; ubi Conradus, usurpator regii nominis, frater Friderici ducis, corone ac tocius regalis ornamenti oblitus, humiliter per Conradum archiepiscopum Magedaburgensem ab exconmunicatione solvitur, ac per intercessionem inperatricis, pedibus inperatoris provolutus gratiam illius promeretur); Berthold von Zwiefalten, Chronik 217; Chron. Montis Sereni, MGH SS 23 144; Chron. regia Coloniensis Rec. I und II, MGH SSrerGerm 18 72; Chron. Reinhardsbrunnensis, MGH SS 30 534; Gesta episc. Halberstadensium, MGH SS 23 105; S. Petri Erphesfurtensis Auctarium et Cont. Chronici Ekkehardi, MGH SSrerGerm 42 42 (… imperator curiam … in villa regia Můlehuson habuit, ubi Cůnradus frater Friderici ducis, qui sibi nomen regium usurpavit, gratiam imperatoris acquisivit. Quem imperator benigne suscipiens omnia, quae illius ante fuerant, restituit, regiis donis honoravit, ad propria cum gloria redire permisit); Cronica S. Petri Erfordensis moderna, MGH SSrerGerm 42 172; Helmold von Bosau, Chron. Slavorum XLI 168; Ep. Bambergenses 523 Nr. 29 (Brief Lothars III. an Papst Innocenz II. von Oktober 1135) (B-Petke 457). Irrig zum Bamberger Hoftag von 1135 März 27 (B-Petke 429) setzen die Aussöhnung Konrads mit dem Kaiser Otto von Freising, Chronik VII c. 19, MGH SSrerGerm 45 335f.; Burchard von Ursberg, Chronik, MGH SSrerGerm 16 14; Hist. Welforum c. 23 42 (siehe Reg. 59). – Reg.: B-Petke 456.

Kommentar

Von Lothars III. Aussöhnung mit den Staufern berichtet auch ein fiktiver Brief Lothars an die Mailänder, der in der Aurea Gemma Wilhelmi 38f., überliefert ist. Wegen des ebenfalls darin erwähnten Feldzugs nach Böhmen (1126) und der Absicht, von Honorius II. die Kaiserkrone zu empfangen, nimmt Beyer, Der Papst kommt 55ff., an, daß der Brief 1126 konzipiert und nach 1134 überarbeitet wurde. – Über den Termin des Hoftags zu Mühlhausen vgl. Bernhardi, Lothar 578 mit Anm. 40. – Zur Rolle Richenzas siehe Fößel, Die Königin 273–276. – Hauptmotiv des Papstes wie Bernhards für ihre Bemühungen um einen Ausgleich zwischen Lothar und den Staufern war die Ermöglichung eines neuen Italienzugs Lothars zur Vertreibung Anaklets II. und Rogers II., vgl. Bernhardi, Lothar 563f.; Giese, Gegenkönigtum 207, und Engels, Staufer 29, dessen Zweifel daran, daß Lothar die Staufer völlig auszuschalten beabsichtigte (so die Auffassung Bernhardis), nicht unbegründet erscheinen. Ob Konrad, wie Helmold berichtet, aus einem Gegner ein enger Freund Lothars wurde, muß aber auch dahingestellt bleiben. – Hinsichtlich der von der Fortsetzung der Erfurter Annalen berichteten vollständigen Restitution von Konrads Besitz wird man mit Lubich, Beobachtungen 316f., vermutlich gewisse Zweifel zu hegen und an einen Kompromiß zwischen dem Kaiser und den Staufern zu denken haben. Zur Form der Unterwerfung Konrads vgl. Althoff, Privileg der deditio (ohne den Fall Konrads). – Zu der schon am 17. oder 18. März auf einem Hoftag zu Bamberg erfolgten Unterwerfung von Konrads Bruder Friedrich siehe B-Petke Reg. 429.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 61, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1135-09-29_1_0_4_1_2_61_61
(Abgerufen am 24.05.2017).