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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,2

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Konrad zieht, nachdem die Mailänder sich vom ihm abgewandt haben, nach Parma, das ihm allein treu geblieben ist und wo er mit wenigen Anhängern in beschränkten Verhältnissen lebt.

Überlieferung/Literatur

Codex Udalrici 416 Nr. 238. – Reg.: B-Petke 206.

Kommentar

Bei dem Schreiben Bischof Litifreds von Novara dürfte es sich zwar nur um ein Briefmuster handeln, sein realer Hintergrund wurde aber bisher nicht angezweifelt, vgl. Bernhardi, Lothar 207 Anm. 27; Giese, Gegenkönigtum 205 Anm. 10, sowie Beyer, Mailand 914. Gegen Jaffé und Petke, die das Schreiben in das Jahr 1129 datieren, wird hier das Frühjahr 1132 als Entstehungszeit vorgeschlagen, da zu diesem Zeitpunkt die in dem Brief geschilderte Konstellation, wonach die Städte Novara, Pavia, Piacenza, Cremona und Brescia Lothar III. treu ergeben seien, ebensogut gegeben, das darin angesprochene Erscheinen Lothars in Italien aber, anders als 1129, tatsächlich abzusehen war, vgl. Niederkorn, Gegenkönig 594. Hinsichtlich Mailands, wo 1132 noch ein Jacobus iudex et missus domini tertii Conradi regis urkundlich belegt ist (CD Laudense 1 Nr. 95), und nach Aussage Landulfs, Hist. Mediolanensis 35, die Mehrheit von Volk und Klerus zum Anhang Konrads und Anaklets II. gehörte, ist Litifreds Aussage jedenfalls unzutreffend und allenfalls als Hinweis darauf verwertbar, daß die Stadt ihre Unterstützung von Konrads Sache einschränkte. Sie blieb jedoch auch während Lothars ersten Italienzug im Lager von dessen Gegnern und sagte sich erst 1135 öffentlich von Konrad los (siehe Reg. 59). – Als Grund für die Parteinahme Parmas für Konrad vermutet Opll, Stadt und Reich 363, den Gegensatz der Stadt zu Cremona; belegt wird die enge Verbindung Parmas zu Konrad durch die Gefangennahme Erzbischof Meginhers von Trier (siehe Reg. 43). Dieses Ereignis war auch maßgeblich für die Datierung des Briefes durch Jaffé auf Ende 1129. – Daß Konrad sich noch länger vieler Sympathien in Italien erfreute, zeigt auch die Aussage Ottos von Freising, Chronik VII c. 18, MGH SSrerGerm 45 335, daß Lothar III. auf seinem ersten Italienzug aus Zuneigung zu Konrad und wegen der Schwäche seines Heeres vielfach verspottet wurde. – Bischof Litifred wird im Juni 1149, Carte di S. Maria di Novara 2 261, als missus regis bezeichnet, es ist aber nach Corbetta, Litifredo 30, unsicher, ob ihm diese Würde nicht schon von Lothar III. übertragen wurde. Konrad hat nach Goez, Das hochmittelalterliche Imperium 57, in Italien besonders viele missi bestellt, die lebenslänglich amtierten und sich auf die Ernennung durch ihn beriefen.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,2 n. 51, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1132-00-00_1_0_4_1_2_51_51
(Abgerufen am 21.10.2017).