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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Nachdem am Vortag (17. September) der Kardinaldiakon und päpstliche Kanzler Haimerich, Kardinalpriester Gerhard von S. Croce in Gerusalemme und andere Kardinäle erschienen sind und festgestellt haben, daß Rainald, weil von Exkommunizierten erhoben, nicht länger Abt sein könne, wird diesem im Kapitelsaal nach einer Rede Bernhards von Clairvaux von den Kardinalen im päpstlichen Auftrag die Bekleidung der Abtswürde untersagt. In der Klosterkirche verkünden in Anwesenheit Lothars und seiner Großen die Kardinäle Haimerich und Gerhard und Patriarch Peregrin von Aquileia die Absetzungssentenz, worauf Rainald Stab, Ring und Regelbuch auf das Grab Benedikts niederlegt. - Als Kardinal Gerhard das Recht der Abtswahl zunächst ganz für die römische Kirche beansprucht, weil sich die Mönche vollständig dem Willen des Papstes unterworfen hätten, dann als Entgegenkommen eine Neuwahl durch die Kardinäle und zwölf vom Kloster zu wählende Kompromissoren vorschlägt und schließlich, als das bei einem Teil des Konvents auf Widerstand stößt, jede Wahl verbietet, interveniert Lothar durch tüchtige Leute bei Innozenz II. zugunsten des Wahlrechts der Mönche. Schließlich gesteht Innozenz nach Verlesung der einschlägigen Cassineser Diplome um Lothars willen den Mönchen das Wahlrecht, Lothar und seinen Nachfolgern die Einsetzung und sich und seinen Nachfolgern die Weihe des Abtes von Montecassino zu.

Überlieferung/Literatur

Ann. Casin. zu 1137, MGH SS 19 S. 309. Ann. Saxo zu 1137, MGH SS 6 S. 775. Chronik von Montecassino IV, 122-123, MGH SS 34 S. 596f. Reg.: JL 1 S. 877. Kehr, It. Pont. 8 S. 177 Nr. *245.

Kommentar

Vgl. Reg. 635.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 630, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-09-18_1_0_4_1_1_647_630
(Abgerufen am 23.01.2017).