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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar sendet Abt Anno von Lüneburg und Petrus Diaconus nach Montecassino, um die Mönche zu angemessenem Betragen zu ermahnen, ihnen sein Erscheinen anzukündigen und seine Absicht kundzutun, den Elekten Rainald abzusetzen, sofern dieser für unwürdig befunden werde. Richenza bricht mit Tagesanbruch zu Fuß zur Besteigung des Klosterberges auf. Lothar läßt in Cassino an Kreuzerhebung (September 14) eine Festkrönung an sich vollziehen. Während Papst Innozenz II. in Cassino zurückbleibt, begibt sich Lothar mit dem Heer nach Montecassino, wird feierlich empfangen und stiftet dem hl. Benedikt ein Pluviale, eine Kasel, zwei Silberleuchter im Werte von je 14 Pfund, eine Mark Goldes und 19 Mark Silbers; Richenza legt auf dem Altar des Heiligen eine Stola nebst Manipel und eine Mitra nieder. Während Lothar in der Abteikirche verweilt, kommt es im Kapitelsaal zwischen dem Elekten Rainald, den Mönchen und plötzlich eindringenden Laien darüber zum Streit, ob Rainald weiterhin Abt bleiben solle. Gegen Abend läßt Innozenz die Mönche durch einen Boten beschwören, Rainald nicht länger Gehorsam zu bezeigen und ihn zu vertreiben.

Überlieferung/Literatur

Chronik von Montecassino IV, 119, MGH SS 34 S. 593. Reg.: JL 1 S. 877. Kehr, It. Pont. 8 S. 177 Nr. *242.

Kommentar

Daß Lothars Auftrag an Anno von Lüneburg und Petrus Diaconus so lautete, wie von Petrus angegeben, ist sehr zweifelhaft. Von Formen des Betragens spricht Petrus im Blick auf seine Person zum 15. Juli, s. Chronik von Montecassino IV, 114 S. 588, vgl. Reg. 599. Eine derartige Mahnung an die Mönche ist genauso unwahrscheinlich wie die Ankündigung der Absetzung Rainalds, bevor dessen Verfahren überhaupt eröffnet war.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 627, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-09-14_1_0_4_1_1_644_627
(Abgerufen am 20.01.2017).