Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

Sie sehen den Datensatz 613 von insgesamt 673.

Lothar bezieht für ungefähr vier Wochen ein Lager. Gesandte des griechischen Kaisers Johannes Komnenos empfängt und entläßt er huldvoll, nachdem er deren Glückwünsche zum Sieg über König Roger II. entgegengenommen hat. Den Bischof Heinrich von Regensburg ernennt er zum Erzkanzler für Italien. Von hier aus befiehlt er den Pisanern, dem Fürst Robert von Capua und dem Magister militum Sergius von Neapel den Angriff auf die Stadt Salerno. Möglicherweise nach dem 18. Juli (vgl. Reg. 599) sendet er Herzog Heinrich den Stolzen, den Markgrafen Adalbert und Graf Rainulf von Alife mit 1000 Rittern ebendorthin, um die Stadt zu erobern. Den Vertretern des Papstes und den Mönchen von Montecassino schenkt Lothar Gehör bezüglich der Stellung der Abtei zur römischen Kirche und zum Reich (s. Reg. 597, 598, 599). - Vielleicht hier werden dem Kaiser von Erzbischof Albero von Trier erstmals Urkunden vorgelegt, welche die Rechte der Trierer Kirche an der Abtei St. Maximin vor Trier belegen; auf Fürsprache der Fürsten hört Lothar den Erzbischof an, ohne über dessen Ansprüche zu entscheiden.

Überlieferung/Literatur

Ann. Hild. zu 1137, MGH SSrerGerm 8 S. 69. Ann. Palid. (zu 1137), MGH SS 16 S. 79. Ann. Patherb. zu 1137, hg. Scheffer-Boichorst S. 164. Ann. Saxo zu 1137, MGH SS 6 S. 774: ... Potentiam petiit, ubi Ratisponensem episcopum pro Coloniensi archiepiscopo cancellarium instituit. Chronik von Montecassino IV, 108-117, MGH SS 34 S. 571-591: ... Lacum pensilem, ubi omnis imperatoris exercitus cum papa Innocentio residebat... Chron. Regia Coloniens. Rez. I zu 1137, MGH SSrerGerm 18 S. 73. Falco zu 1137, hg. Del Re S. 232f.: ... et civitatis Potentiae fines descendit; ibique iuxta fluenta de Lacu Pesele per dies fere triginta moratur. DKo.III. 26: Ad postremum cum privilegia sua predictus archiepiscopus Albero prenominato imperatori Lothario, quę de suprascriptę abbatię sancti Maximini possessione habebat, crebrius obtulisset et eidem imperatori pro hoc maxime consequendo beneficio in expeditione Apulię cum magno et periculo et sumptu fideliter deservisset, tempus agendę sibi iusticię interventu principum obtinuit, sed imperator morte preventus causam iam quidam ceptam, sed minime consummatam reliquit. Reg.: JL 1 S. 876. F. Dölger, Regesten der Kaiserurkunden des oströmischen Reiches 2, 1925 S. 61 Nr. 1313.

Kommentar

Die Dauer des Aufenthaltes erwähnt Falco; daß er vor dem 8. Juli begann, ergibt sich aus Reg. 597. Dem Reg. 599 zufolge müßte Heinrich der Stolze noch am 18. Juli im Lager gewesen sein, doch sind die von Petrus Diaconus für die Zeit nach dem 9. Juli gegebenen Daten äußerst fragwürdig. - Zur Person Heinrichs von Regensburg s. PETKE, Lothar S. 75f., K. HAUSBERGER, Geschichte des Bistums Regensburg 1, 1989 S. 108f. Zu jener des Markgrafen Adalbert, bei dem es sich außer um Albert II. Malaspina durchaus auch um Albrecht den Bären handeln kann, s. PETKE, a.a.O. S. 356 mit Anm. 57. - Zu Erzbischof Alberos Vorstoß bei Lothar wegen St. Maximin vgl. E. WISPLINGHOFF, Untersuchungen zur frühen Geschichte der Abtei S. Maximin bei Trier von den Anfängen bis etwa 1150 (Quellen und Abhandlungen zur Mittelrheinischen Kirchengeschichte 12) 1970 S. 59, PETKE, a.a.O. S. 256f., E. BOSHOF, Eine bisher unbekannte Papsturkunde zur Auseinandersetzung um die Reichsunmittelbarkeit der Abtei St. Maximin bei Trier, in: Ex ipsis rerum documentis. Festschr. HARALD ZIMMERMANN, hg. v. KL. HERBERS/ H.H. KORTÜM/ C. SERVATIUS, 1991 S. 295-305, hier S. 299-301; vgl. Reg. 463. Lothar war sichtlich nicht gewillt, die Reichsabtei St. Maximin dem Erzbischof preiszugeben.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 596, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-07-08_1_0_4_1_1_613_596
(Abgerufen am 18.01.2017).