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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Vor Lothar und dessen Hof disputiert Petrus Diaconus zwei Tage lang mit einem griechischen Philosophen, der Mitglied der Lothar aufsuchenden byzantinischen Gesandtschaft ist (vgl. Reg. 596), über das Filioque. Erfreut über die Argumentationskunst des Petrus ernennt ihn der Kaiser auf Intervention Richenzas, Herzog Heinrichs von Bayern und Herzog Konrads von Schwaben zum Logotheten, Notar a secretis, Auditor, Chartularius und Kapellan des römischen Reiches.

Überlieferung/Literatur

Chronik von Montecassino IV, 115-116, MGH SS 34 S. 590f.

Kommentar

Für diesen Teil der Chronik schöpft Petrus aus seiner Altercatio pro Romana ecclesia contra Graecum quendam, in: Miscellanea Cassinese 1 (1897) parte II (Historica) S. 10-32. Zu den dort verwendeten Schriften Humberts von Silva-Candida gegen die Griechen vgl. A. MICHEL, Amalfi und Jerusalem im griechischen Kirchenstreit (1054-1090), in: Orientalia christiana analecta 121 (1939) S. 50-52. - Die Möglichkeit einer Disputation des Petrus mit einem Griechen ist gegeben. Unwahrscheinlich ist aber die Erzählung, eine solche Disputation habe vor Lothar stattgefunden, und zweifellos fiktiv ist die Behauptung, der Ausgang der Disputation habe Lothar zu Titelverleihungen an Petrus bestimmt. Zu den aus der byzantinischen Kaiserkanzlei stammenden Beamtentiteln eines Logotheten und Notars a secretis vgl. F. DÖLGER/ J. KARAYANNOPOLOS, Byzantinische Urkundenlehre, 1968 S. 59-63.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 602, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-07-00_1_0_4_1_1_619_602
(Abgerufen am 22.10.2017).