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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar nimmt die Unterwerfung der Stadt entgegen und sendet - nachdem er vielleicht hier von Erzbischof Marinus von Neapel, dem Neapolitaner civis Philipp de Acerra sowie Graf Rainulf aufgesucht worden ist - Boten nach Neapel.

Überlieferung/Literatur

Chronik von Montecassino IV, 106, MGH SS 34 S. 568: Ravennam egrediens Umbriam, Emiliam, Flaminiam Picenumque provincias suo iure redegit. Falco zu 1136, hg. Del Re S. 228, 229: Legati vero illi coram omnibus (sc. den Neapolitanern) iuraverunt imperatorem illum ad civitatem Spoletum dimisisse ... Archiepiscopus praeterea Marinus civitatis Neapolitanae et Philippus de Acerra civis Neapolitanus, vir prudentis ingenii, et Rainulphus comes, qui obviam imperatori dudum exierant, similiter literas suas consolationis magistro militum delegarunt. Otto v. Freising, Chron. VII, 19, MGH SSrerGerm 45 S. 337: Spoletum cum aliis urbibus seu castellis in deditionem accepit.

Kommentar

Der Zug des Kaisers weg von der adriatischen Küste nach Umbrien ist auffallend und wegen der dafür zur Verfügung stehenden Zeit nicht unproblematisch. Er wurde daher von BERNHARDI, Lothar S. 682 Anm. 38, und E. CASPAR, Roger II., 1904 S. 185 Anm. 3, als kaum wahrscheinlich bewertet. Der Schwur von Lothars Gesandten vor den Neapolitanern sei wohl "etwas schönfärberisch" (CASPAR, a.a.O.) gewesen, um den Mut der Eingeschlossenen zu heben. Dieser Beurteilung stehen jedoch die Nachrichten Ottos von Freising und auch des Petrus Diaconus, der Lothar durch Umbrien gehen läßt, entgegen, vgl. KUCK, Itinerar S. 42 mit Anm. 56. Bei der Annahme eines Zuges nach Spoleto, der zunächst entlang des Tronto auf der Via Salaria unternommen worden sein dürfte, lassen sich auch die Schwierigkeiten der älteren Forschung hinsichtlich der Identifizierung des in Reg. 573 genannten Ortes beheben. Schließlich berichtet Falco zu 1137, daß Innozenz II. im März aus Pisa aufgebrochen sei, um mit Lothar in Viterbo zusammenzutreffen; Ende März/Anfang April waren Heinrich der Stolze und der Papst in Viterbo, s. Reg. 584-9. Möglicherweise ist Lothars Zug nach Spoleto im Zusammenhang mit einer ursprünglich für Viterbo geplanten Vereinigung mit Innozenz zu sehen. Von diesem Vorhaben müßte der Kaiser im Gebiet von Spoleto dann Abstand genommen haben, vgl. BERNHARDI, a.a.O. S. 697 Anm. 10. - Wo und wann die hochrangigen neapolitanischen Gesandten auf Lothar trafen, ist unsicher. Terminus ante ist zufolge Falco das dritte Schreiben Lothars an die Bewohner von Neapel (Reg. 578).

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 571, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-04-00_2_0_4_1_1_571_571
(Abgerufen am 24.04.2017).