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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Die Vorhut des kaiserlichen Heeres unter Führung Erzbischof Konrads von Magdeburg und Markgraf Konrads (von Wettin) wird vor der Stadt von den Anconitanern heftig angegriffen, kann die Gegner aber abweisen. Der Angriff Lothars treibt die Anconitaner in die Flucht. Lothar läßt die Stadt zu Lande und zu Wasser einschließen, zwingt sie zur Übergabe und zur Stellung von 100 Schiffen mit Ladung. Die Fürsten der Marken leisten ihm bereitwillig Heerfolge; andere schließen sich ihm mit zahlreichen Schiffen für den Transport von Nahrungsmitteln und Kriegsmaterial oder für Angriffe auf die Seestädte an.

Überlieferung/Literatur

Ann. Saxo zu 1137, MGH SS 6 S. 772. Boncompagno da Signa, Liber de obsidione Ancone, hg. G.C. Zimolo, Rer. Ital. Script. nuov. ed. 6, 3, 1937 S. 24f. Hist. Welf. c. 23, hg. König, S. 44. Otto v. Freising, Chron. VII, 19, MGH SsrerGerm 45 S. 337. Romuald v. Salerno, Chronicon, MGH SS 19 S. 421.; hg. C.A. Garufi, Rer. Ital. Script. nuov. ed. 7, 1, 1909-1935 S. 222. Reg.: Mülverstedt, Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis 1 S. 441 Nr. 1127.

Kommentar

Der Bericht des Boncompagno, der Lothars Belagerung scheitern läßt, ist mit J.-F. LEONHARD, Die Seestadt Ancona im Spätmittelalter, 1983 S. 29, zu verwerfen. Die Einschließung zur See dürften die Ravennaten und vor allem die mit Lothar verbündeten Venezianer (vgl. Reg. 453, 510) bewerkstelligt haben, vgl. BERNHARDI, Lothar S. 680, E. CASPAR, Roger II., 1904 S. 186. - Zur Rivalität zwischen Ancona und Venedig im 12. Jh. vgl. LEONHARD, a.a.O. S. 31ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 567, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-03-00_2_0_4_1_1_567_567
(Abgerufen am 19.10.2017).