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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar gibt während seines Italienzuges (cum in labore Romane expeditionis in terra Italica essemus) auf Bitte Abt Bernhards von Clairvaux, dessen Rat in göttlichen Dingen viel gilt, und der Bewohner und Konsuln von Piacenza die Erlaubnis, daß in Chiaravalle della Colomba (Carrectum) im Bereich der Curtis †Baselica (Basilidos) ein Kloster errichtet wird, gebietet nach Rat seiner Großen (barones) und der Bewohner von Piacenza, daß in der Nachbarschaft des Klosters nicht näher als bisher Niederlassungen von Laien errichtet werden, damit die Mönche ungestört Gott dienen und für das römische Reich beten können, und erlaubt den Gütererwerb von jedermann, sei es von Leuten des Kaisers oder von grundherrlichen Kolonen (sive nostri iuris sit sive incolarum in dominicatura). - Rekognition fehlt; außerhalb der Kanzlei wohl in Zisterzienserkreisen verfaßt und geschrieben unter Verwendung der Urkunde Bischof Arduins von Piacenza von 1135 (Pietro Maria Campi, Dell'historia ecclesiastica di Piacenza Pars 1, Piacenza 1651 S. 537 Nr. 127) (VU.). SI. D. Cum imperialis celsitudinis maiestas.

Originaldatierung:
(MCXXXVII, apud Burgum sancti Donini)

Überlieferung/Literatur

Kop.: Parma, Archivio di Stato, Diplomatico sec. XII, Abschrift des 14. Jh. (B). Notarielle Abschrift des 15. Jh., ebenda (C). Documenti privati Nr. 162, notarielle Abschrift des 18. Jh., ebenda (D). Piacenza, Biblioteca Comunale, Manoscritti Vitali, Nr. 3/1, Abschrift des 18. Jh.,f. 3 (E). Drucke: Campi, a.a.O. S. 538 Nr. 128. G. Drei, Le carte degli archivi Parmensi del sec. XII vol. III., Parma 1950 S. 89 Nr. 104. DLo.III. 109. Reg.: Stumpf 3270 a, 3344.

Kommentar

Das von SIMONSFELD um 1890 noch gesehene Original - vgl. NA 25 (1900) S. 702 - war für die Edition nicht auffindbar und ist bis heute verschollen; ebenfalls derzeit nicht auffindbar sind die von HIRSCH/ OTTENTHAL, DDLo.III. und DREI benutzten Abschriften B und C des Staatsarchivs. - Aus Bernhards Intervention, die kaum schon während Lothars Romzug 1132/1133 erfolgt sein dürfte, ergibt sich, daß der Abt von Clairvaux nicht erst im Februar 1137 (so E. VACANDARD, Vie de Saint Bernard tom. 2, 1895 S. 4), sondern bereits Anfang Januar auf seiner dritten Reise in Italien weilte. Verfehlt ist die auf die Phrase cum in labore Romane expeditionis in terra Italica essemus gestützte Annahme von G.F. ROSSI, La fondazione di Chiaravalle della Colomba prima Abbazia di San Bernardo in Italia (Monografie del Collegio Alberoni 20) Piacenza 1954 S. 25f., daß Lothar bereits 1132, und zwar im Oktober-Dezember, dem Kloster ein verlorenes Diplom gegeben habe. - Vorliegendes Diplom wird in der päpstlichen Nachurkunde Eugens III. von 1145 (JL 8663 = V. TIRELLI, Di un privilegio dell'abbazia di Chiaravalle della Colomba nel Piacentino, in: Bulletino dell'Istituto storico italiano per il medio evo 72 [1960] S. 213-217) erwähnt. Zur Gründung des Klosters durch Bernhard s. die VU. und KEHR, It. Pont. 5 S. 521. - Kaiserliche NU: DF.I. 101; BÖHMER/ OPLL Nr. 291.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 549, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1137-01-00_1_0_4_1_1_549_549
(Abgerufen am 28.07.2017).