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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,1,1

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Lothar nimmt auf Bitte des Priors Peter das Priorat SS. Pietro e Paolo in Castelletto Cervo (Castellitus) im Bistum Vercelli in seinen Schutz, bestätigt ihm nach Weise seines Vorgängers Kaiser Heinrich (moreque antecessoris nostri divę memorię Heinrici imperatoris) den jetzigen und zukünftigen Besitz einschließlich der von Graf Wido geschenkten Güter und verleiht die Immunität mit der Maßgabe, daß keiner der Klosterleute dem Vogt eine Gerichtsabgabe leisten soll (ut nullus homo audeat respondere mallaturam advocatum eius). - Ego Ekkehardus subcancellarius vice Brunonis recognovi; VU.: Deperditum wohl Heinrichs V., für das DO.I. 337, DO.II. 249, DDKo.II. 72 und 73 und vielleicht DO.III. 277 und DH.III. 255 verwendet wurden; verfaßt und vielleicht auch geschrieben von Ekkehard A = Bertolf. Cum imperialis munificentia.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Paris, Bibl. nat., Ms. Bourgogne 78, 12. Jh., Nr. 146 (B). Drucke: Stumpf-Brentano, Acta imperii inedita (Die Reichskanzler 3) 1881 S. 124 Nr. 103. A. Bruel, Recueil des chartes de l'abbaye de Cluny 5, Paris 1894 S. 395 Nr. 4044. DLo.III. 96. Reg.: Stumpf 3338.

Kommentar

Zu den Vorlagen des Diploms s. HIRSCH/ OTTENTHAL, DLo.III. 96, Vorbemerkung, welche die Beziehungen des Cluniazenserpriorats Castelletto Cervo (vgl. KEHR, It. Pont. VI, 2 S. 34f.) zu den Empfängern der VUU. - Farfa und Casauria bei Pescara - erörtern. - Graf Wido ist kaum identisch mit dem in Reg. 522 und Reg. 635 bei Lothar genannten Guido von Biandrate, vgl. S. BOESCH GAJANO, in: Dizionario biografico degli Italiani 10 (1968) S. 267, sondern wohl personengleich mit dem offenbar allerdings zum Verwandtenkreis der Grafen von Biandrate gehörenden, 1083 und 1087 als Wohltäter Clunys bezeugten Grafen Wido (BRUEL, Recueil Bd. 4, Paris 1888 S. 757 Nr. 3600, S. 777 Nr. 3616). Beide Urkunden sind in derselben Abschrift des 12. Jh. überliefert wie das vorliegende Diplom, vgl. L. DELISLE, Inventaire des manuscrits de la Bibliothèque Nationale. Fonds de Cluni, Paris 1884 S. 260 Nr. 146.- Zur Geschichte des Priorats vgl. V. CATTANA, I priorati cluniacensi nell'antica diocesi di Vercelli, in: Cluny in Lombardia, Atti del convegno storico celebrativo del IX centenario della fondazione del priorato cluniacense di Pontida (Pubblicazioni del centro storico benedettino italiano, Italia benedettina I, 1) Cesena 1979 S. 38-92. - Die Befreiung von der mallatura - im Kopfregest des DLo.III. 96 als Inquisitionsrecht gedeutet - findet sich bereits in der VU. DO.II. 249. - Die Urkunde wurde im Blick auf Lothars Itinerar und den nordwestitalienischen Empfänger in der Zeit von Ende September bis Dezember 1136, am ehesten während des Zuges durch das Bistum Vercelli gegeben, und daher hier eingereiht. Die Datierung von STUMPF 3338 und STUMPF-BRENTANO, a.a.O., zum Oktober und bei KUCK, Itinerar S. 35, zu Ende September ist 1136 möglicherweise zutreffend, aber nicht gesichert.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,1,1 n. 538, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1136-11-00_3_0_4_1_1_538_538
(Abgerufen am 21.01.2017).